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| 20:31 Uhr

Öffentlicher Personennahverkehr
Brandenburg warnt vor VBB-Aus

Potsdam/Lausitz. Landespolitiker sehen Verkehrsverbund in Gefahr und rügen Berlins Alleingang beim 365-Euro-Ticket. Von Frank Claus

Es klingt verlockend: Für einen Euro am Tag im öffentlichen Personennahverkehr in Berlin und Brandenburg unterwegs sein. Der Vorstoß des Regierenden Berliner Bürgermeisters Michael Müller (SPD) zur Einführung eines 365-Euro-Tickets hat die Brandenburger Verkehrsexperten und Politiker aufgeschreckt.

Ein Alleingang Berlins mit einem verbilligten Jahresticket von 365 Euro ist eine Gefahr für den Verkehrsverbund Berlin-Brandenburg (VBB). Das sagt die Spitzenkandidatin der Grünen im Landtagswahlkampf, Ursula Nonnemacher: „Müller ist für die Freunde des öffentlichen Nahverkehrs wenig hilfreich“, meint sie und befürchtet bei einem Berliner Alleingang, dass der Verkehrsverbund gesprengt werden könnte. Auch Vertreter weiterer Parteien im Brandenburger Landtag sehen das so und fordern: Wenn ein 365-Euro-Jahresticket, dann nur gemeinsam. Aus nahezu allen Fraktionen werden zunächst ein besseres Fahrangebot, abgestimmte Takte und Umsteigemöglichkeiten sowie mehr Service gefordert.

VBB-Gesellschafter aus dem Südbrandenburger Raum befürchten zudem, stärker belastet zu werden. „Eine sogenannte Flatrate nützt den Menschen in unserer Region nicht viel, wenn das dazugehörige Angebot fehlt“, sagt der stellvertretende Landrat aus Elbe-Elster, Peter Hans und meint: „Vor diesem Hintergrund ist es den Menschen in unserer Region auch nicht zu vermitteln, dass sie über höhere Abgaben möglichst geringe Beförderungsentgelte im großstädtischen Raum finanzieren sollen.“ Thema des Tages Seite 3