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Mediziner händeringend gesucht
Geld soll Ärzte aufs Land locken

Cottbus. Kassenärztliche Vereinigung will Notstand bei Versorgung mit Medizinern entgegenwirken. Simone Wendler und Christian Taubert

Mit zweistelligen Millionenbeträgen locken Brandenburg und Sachsen seit gut zehn Jahren Mediziner in ländliche Regionen. Dabei reicht die Palette der Anreize vom Geld zur Praxiseinrichtung über Umsatzgarantien und Geld für Praktika angehender Mediziner bis hin zum geförderten Studium.

Vor allem dem Notstand bei der Versorgung mit Hausärzten wurde damit entgegengewirkt, wie Christian Wehry, Sprecher der Brandenburger Kassenärztlichen Vereinigung gegenüber der RUNDSCHAU erklärt. Seit 2006 seien auf diese Weise 54 Hausärzte und zehn Fachärzte unterstützt worden. Wehry verweist auf eine Gesamtsumme von 2,6 Millionen Euro, wovon auch Peitz und Senftenberg profitierten.

Während beide Länder bisher die Förderung auf 60 000 Euro begrenzt haben, erhöhte der Freistaat seit Oktober den Investitionskostenzuschuss in Gebieten mit „besonders kritischer Versorgungssituation“ auf 100 000 Euro. Nach Angaben von KV-Sprecher Ingo Mohn gebe es seit der Änderung zahlreiche Anfragen, und „es sind auch schon Anträge auf Zulassung auf freie Arztsitze eingegangen“.

Trotz der Anstrengungen gegen den Ärztemangel sieht Bundes-Ärztepräsident Frank Ulrich Montgomery weiter großen Handlungsbedarf. Um mehr Ärzte in die Versorgung zu bringen, müssten mindestens 1000 Studienplätze zusätzlich geschaffen werden, erklärte er. Zudem forderte Montgomery mit Blick auf eine neue Bundesregierung neue Förderkonzepte für Kliniken und Praxen. Themen des Seite 3