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| 19:00 Uhr

Verkehr
Ministerin verspricht bessere Züge

Das zweite Gleis lässt weiter auf sich warten: Der RE 2 von Cottbus nach Berlin muss bis Lübbenau noch auf Jahre durchs eingleisige Nadelöhr.
Das zweite Gleis lässt weiter auf sich warten: Der RE 2 von Cottbus nach Berlin muss bis Lübbenau noch auf Jahre durchs eingleisige Nadelöhr. FOTO: M. Behnke
Potsdam. Der neue Nahverkehrsplan für Brandenburg, der am Donnerstag in Potsdam präsentiert wurde, soll auch Verbesserungen für die Lausitz bringen. Von Benjamin Lassiwe

Brandenburg will den Verkehr auf der Schiene für Reisende und Pendler verbessern. Es solle komfortablere Züge, schnellere Verbindungen und gute Anschlüsse geben, kündigte Verkehrsministerin Kathrin Schneider (SPD) am Donnerstag bei der Vorstellung des neuen Landesnahverkehrsplanes an. „Die Zeit der Abbestellungen ist vorbei“, sagte sie. Der Einsatz von Landesmitteln für den Öffentlichen Personennahverkehr soll schrittweise erhöht werden.

Ab dem Fahrplanjahr 2019 soll auch die Spreewald-S-Bahn rollen: Alle zwei Stunden soll dann ein Regionalzug zusätzlich zwischen Lübben und Cottbus pendeln. Ab 2022 soll es auf dem RE2 im Abschnitt zwischen Berlin und Lübbenau sowie durch die Einrichtung einer neuen Linie RE 13 auch zwischen Cottbus und Senftenberg einen Halbstundentakt geben. Und die Fahrzeiten des RE 10 Cottbus-Leipzig sollen besser als bisher auf die Anschlüsse zum Fernverkehr in Leipzig-Hauptbahnhof abgestimmt werden. Das sind die für die Lausitz bedeutsamen Eckpunkte des neuen Landesnahverkehrsplans, den Verkehrsministerin Kathrin Schneider (SPD) in Potsdam präsentierte.

Manches für die Region wichtige Projekt kann auch mit der neuen Planung nicht umgesetzt werden: So fehlt auch weiterhin das zweite Gleis zwischen Lübbenau und Cottbus. „Wir investieren in mehr Züge, neue Linien und eine bessere Infrastruktur“, sagte Schneider. Insgesamt werde das Land in den nächsten zehn Jahren rund zehn Millionen Zugkilometer mehr bei den Eisenbahngesellschaften ordern.

Zudem wolle man auch ein qualitativ besseres Angebot machen: Dazu zähle laut Schneider eine bessere Vertaktung von Bussen und Bahnen, Wlan in den Zügen sowie mehr Barrierefreiheit. Doch gerade beim Wlan hinkt der Regionalverkehr in Berlin und Brandenburg Anbietern im übrigen Europa um Lichtjahre hinterher: In der Kopenhagener S-Bahn ist das drahtlose Internet ebenso längst Standard wie etwa in den von der tschechischen Eisenbahngesellschaft CD gefahre­nen Eurocity-Zügen zwischen Hamburg und Berlin, von den ICE der Deutschen Bahn oder den Bussen von Flixbus gar nicht erst zu reden.

Rettung für kleinere Bahnstrecken bietet ein Etat von 36 Millionen Euro, mit dem das Land insgesamt 80 Vorhaben der Bahninfrastruktur finanzieren will oder bereits finanziert hat.

Dazu zählen etwa der Neubau einer Umsteigeanlage von Bus und Straßenbahn in Cottbus-Madlow (Endhaltestelle Linie 3) sowie Baumaßnahmen an den Bahnlinien zwischen Berlin und Werneuchen oder an der Ostbahn im Abschnitt von Herrensee bis Rehfelde.

Deutliche Kritik am Nahverkehrsplan äußerte dagegen die oppositionelle CDU. „Die rasante Entwicklung der Fahrgastzahlen und das Pendlerwachstum sind seit Jahren anhaltend, und es war absehbar, dass es so weitergeht“, sagt deren Verkehrsexperte Rainer Genilke. „Doch trotz vieler Hinweise hat die Landesregierung zu lange gewartet mit Planung und Ausbau neuer Infrastruktur und zusätzlichen Zugbestellungen.“ Scharfe Kritik äußerte er an der vorzeitigen Ausschreibung des Netzes Elbe-Spree, die nach Ansicht Genilkes zu einer deutlichen Fahrzeitverlängerung zwischen Cottbus und Berlin geführt habe.