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| 02:39 Uhr

Brandenburg steht bei Ina weiter auf der Bremse

Potsdam. Es könnte ein Projekt von weltweiter oder wenigstens europäischer Bedeutung werden: Die geplante Internationale Naturausstellung (Ina) auf dem ehemaligen Truppenübungsplatz Lieberoser Heide. Doch das Land steht auf der Bremse. Benjamin Lassiwe

Das Land Brandenburg wird sich auch weiterhin nicht an der Finanzierung der für 2019 geplanten Internationalen Naturausstellung auf dem ehemaligen Truppenübungsplatz in der Lieberoser Heide (Oberspreewald-Lausitzkreis) beteiligen.

"Wir stehen zu bestimmten Unterstützungen bereit", sagte der Sprecher des Potsdamer Umweltministeriums, Jens-Uwe Schade, am Dienstag in Potsdam. So habe das Land bislang 700 Hektar Wald für dieses Projekt zur Verfügung gestellt. Zudem habe der Landesforstbetrieb große Teile des Geländes bereits entmunitioniert. An dieser Position habe auch ein Gespräch, das am Montag auf Arbeitsebene mit dem Bundesamt für Naturschutz geführt wurde, nichts geändert. Auch die Pressesprecherin des Bundesamtes für Naturschutz, Ruth Schedlbauer, bestätigte auf Nachfrage der RUNDSCHAU, dass es am Montag Gespräche mit dem Land Brandenburg gab. "Das war aber ein Treffen auf Arbeitsebene, deswegen sind bislang keine Entscheidungen gefallen."

Im Rahmen der Naturausstellung soll der ehemals größte Truppenübungsplatz der sowjetischen Streitkräfte in Ostdeutschland zu einem Erprobungsfeld großflächiger Strategien im Naturschutz werden. So wurden auf dem Gelände bereits Moorschutzprojekte und Naturerlebnispfade eingerichtet. Geplant sind zudem Artenschutzprojekte und ein Besucherzentrum. In der Vergangenheit hatte die Bundesregierung angekündigt, das Projekt mit 4,7 Millionen Euro finanziell zu unterstützen. Allerdings sei dafür auch eine finanzielle Beteiligung Brandenburgs erforderlich.

"Umweltminister Jörg Vogelsänger (SPD) steht bei der Internationalen Naturausstellung auf der Bremse", kritisierte der Grünen-Abgeordnete Benjamin Raschke am Dienstag in Potsdam. "Er blockiert ein Projekt, auf das in der Region große Hoffnungen gesetzt werden und dessen Strahlkraft weit über die Landesgrenzen hinaus gehen könnte." Der Umweltminister sei auch für die Entwicklung des ländlichen Raums zuständig, betonte Raschke. "Aber hier entpuppt er sich zunehmend eher als Verhinderer jeder Entwicklung."