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| 02:39 Uhr

Brandenburg prüft Vergrößerung des sorbischen Siedlungsgebiets

Potsdam/Cottbus. Das Land Brandenburg prüft zurzeit Anträge zur Vergrößerung des offiziellen sorbischen und wendischen Siedlungsgebietes. Es geht um die Stadt Welzow (Spree-Neiße), wie das Kulturministerium am Montag in Potsdam auf Anfrage mitteilte. dpa/uf

Bislang ist nur ein Ortsteil der Stadt sorbisch.

Bis heute konnten sich Gemeinden und Städte um die Aufnahme in das Siedlungsgebiet bewerben, das momentan aus etwa 30 Städten, Gemeinden und Gemeindeteilen besteht. Eine Gesetzesnovellierung machte das möglich.

In sorbischen und wendischen Orten wird die Kultur oder Sprache des Volkes mit slawischen Wurzeln gelebt. Gehört ein Ort zum Siedlungsgebiet, ist das etwa an zweisprachigen Straßenschildern erkennbar.

Dem Ministerium liegt mit Stand Montag nach eigenen Angaben neben Anträgen für Welzow noch eine Bewerbung für mehrere Gemeindeortsteile von Märkische Heide (Dahme-Spreewald) vor. Vor einiger Zeit hatte das Land bereits entschieden, Anträge der Städte Lübben, Calau und der Gemeinde Wiesengrund zu bewilligen.

Der Sorbenrat wollte noch weitere Anträge einreichen.Das Gremium hat im Landtag eine beratende Funktion hat und will die Interessen der nationalen Minderheit vertreten.

Insgesamt geht es dem Rat zufolge bei den Anträgen um 30 Orte in Brandenburg. Darunter seien auch Städte wie Senftenberg (Oberspreewald-Lausitz), wo es in der dortigen Stadtverordnetenversammlung keine Mehrheit für eine solche Bewerbung gibt.

Der Sorbenrat will nun den Kontakt zu diesen Kommunen suchen, um die Zusammenarbeit zu verbessern, wie der Vorsitzende des Gremiums, Torsten Mack, am Rande einer außerordentlichen Ratssitzung in Cottbus sagte. "Ich hoffe auf einen sehr sachlichen Dialog", ergänzte er.