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Brandenburg nimmt Mehrarbeit nicht für alle Lehrer zurück

Cottbus. "Die Ungerechtigkeit bei der Arbeitszeit für Lehrer in Brandenburg geht weiter. Aber das werden wir nicht hinnehmen", kündigt der Hauptpersonalrat im Potsdamer Bildungsministerium, Frank Kramer, gegenüber der RUNDSCHAU an. ta

Kramer nimmt Bezug auf die von Bildungsministerin Martina Münch (SPD) in der Vorwoche gestartete bundesweite Anzeigen-Kampagne. Damit versucht das Land, den Bedarf von 1000 neuen Lehrern für das Schuljahr 2014/15 zu decken.

Die Ministerin hatte den hohen Bedarf auch damit begründet, dass allein 400 Pädagogen eingestellt werden müssten, "weil die Wochenarbeitszeit der Lehrer ab dem kommenden Schuljahr um eine Stunde gekürzt wird".

Kramer weist jetzt darauf hin, dass die Reduzierung um eine Stunde lediglich für Lehrer an Grund- und Oberschulen vollzogen wird. Im Schuljahr 1996/97 hatten allerdings alle Pädagogen in Brandenburg aufgrund des hohen Bedarfs im Land befristet einer zusätzlichen Wochenstunde zugestimmt. Von der Neuregelung der Wochenarbeitszeit für 2014/15 hat das Ministerium allerdings Lehrer an Gymnasien und Oberstufenzentren ausgenommen.

"Das ist unerklärlich", sagt Kramer. Außer, dass das Land kein Geld dafür habe, nach 18 Jahren unvergüteter Mehrarbeit ein Versprechen gegenüber der gesamten Lehrerschaft einzulösen. Für den Hauptpersonalrat ist das zutiefst ungerecht. "Deshalb werden wir nicht locker lassen und auf die versprochene Rücknahme der zusätzlichen Stunde für alle Pädagogen drängen."