Die Brandenburger Landesregierung hat für den Mai zahlreiche Lockerungen der Corona-Beschränkungen beschlossen, die den Menschen wieder mehr soziale Kontakte ermöglichen.

So sollen bereits von diesem Wochenende an die Spielplätze wieder geöffnet werden und der Besuch von Angehörigen in Krankenhäusern sowie in Senioren- und Pflegeheimen wieder erlaubt sein, wie Ministerpräsident Dietmar Woidke (SPD) am Freitag nach der Kabinettssitzung berichtete.

Nächste Woche Konzept für Schulen und Kitas

Mitte Mai sollen auch Restaurants, Cafés und Kneipen wieder eingeschränkt öffnen können. Für die weitere Öffnung von Kitas und Schulen will Bildungsministerin Britta Ernst in der kommenden Woche ein Konzept erarbeiten lassen.

All diese Lockerungen stünden aber unter dem strengen Vorbehalt, dass die günstige Situation mit einer geringen Zahl von Neuinfektionen erhalten bleibe, mahnte Woidke. Daher müssten bei allen neuen Möglichkeiten die strengen Abstands- und Hygiene-Regeln unbedingt eingehalten werden.

„Jeder einzelne trägt mit seinem persönlichen Verhalten dazu bei, dass diese Lockerungen bestehen bleiben, und dass diese Lockerungen in den kommenden Tagen und Wochen ergänzt werden können“, betonte der Regierungschef.

Dosierte Besuche mit Anmeldung in Kliniken und Heimen

Die Neuregelung für Besuche in Kliniken und Heimen gelte bereits ab Samstag, sagte Gesundheitsministerin Ursula Nonnemacher (Grüne). Allerdings ist jeweils nur ein Besucher erlaubt.

Zahlreiche Angehörige hätten in den vergangenen Wochen eindringlich dargestellt, wie schwierig die Lage der Bewohner der Einrichtungen durch die Besuchsverbote seien, sagte sie zur Begründung. Sie appellierte aber an die Angehörigen, den Einrichtungen die Vorkehrungen für die Einhaltung der Abstands- und Hygiene-Regelungen zu erleichtern: „Bitte melden Sie sich an und dosieren Sie ihre Besuche.“

Denn die Träger fürchteten nach der langen Abstinenz, dass gerade zum Muttertag am Sonntag eine kaum beherrschbare „Besucherwelle“ über sie hereinbrechen könnte.

Samstag öffnen die Spielplätze wieder

Am Samstag werden auch die Spielplätze wieder geöffnet. Dort können Kinder unter Aufsicht von Erwachsenen wieder spielen. Erlaubt ist dann auch nachbarschaftliche Hilfe. „Eine Person darf auch Kinder einer anderen Familie betreuen“, sagte Woidke. „Das ist für viele Mütter und Väter eine große Erleichterung.“

Ebenfalls vom Samstag an ist es auch wieder erlaubt, sich mit einer anderen Familie in der Öffentlichkeit oder zuhause zu treffen, berichtete Woidke. Dies sei auch mehrmals am Tag mit verschiedenen Familien möglich, ergänzte Nonnemacher. Sie appellierte aber an die Bürger, dies nicht zu überziehen. „Große Grillpartys werden weiterhin nicht möglich sein“, warnte Woidke.

Cafés, Restaurants und Kneipen sollen nach zwei Monaten Zwangspause am 15. Mai von 6 Uhr bis 22 Uhr wieder eingeschränkt öffnen dürfen. Dann dürfen auch Sportvereine wieder mit dem Trainingsbetrieb starten und auch Campen ist wieder erlaubt.

Hotels dürfen ab 25. Mai wieder Gäste empfangen

Hotels und Ferienwohnungen dürfen dann vom 25. Mai an wieder Gäste empfangen. Anders als im benachbarten Berlin gibt es für die Öffnung von Freibädern noch keinen Termin. Nonnemacher verwies jedoch auf die erlaubte Betätigung im Freien, wo es in Brandenburg ja viele Badeseen gebe.

Auch das Betreuungsangebot von Kitas, Krippen und Horten soll nach und nach wachsen, kündigte Bildungsministerin Britta Ernst (SPD) an. Schon durch die erweiterte Notbetreuung im April sei die Betreuungsquote von sieben Prozent auf gut 26 Prozent erweitert worden berichtete die Ministerin. Nun soll die Anzahl der Kinder in den Gruppen leicht erhöht werden, um mehr Kinder aufnehmen zu können.

Die ältesten Kita-Kinder sollen vor der Sommerpause noch einmal in die Einrichtung kommen können. Auch alle Schulkinder sollen bis dahin zumindest tageweise wieder in der Klasse unterrichtet werden. „Wir wollen die Planungen dazu in der kommenden Woche konkretisieren, um den Eltern eine Perspektive bis zu den Sommerferien zu geben“, versprach Ernst.