ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
| 14:40 Uhr

Aktion startet
Brandenburg jagt den Eichenprozessionsspinner

 Raupen des Eichenprozessionsspinners kriechen auf einem Eichenstamm
Raupen des Eichenprozessionsspinners kriechen auf einem Eichenstamm FOTO: dpa / Patrick Pleul
Potsdam/Rathenow. Seit 2004 versucht Brandenburg, Wälder vom Eichenprozessionsspinner zu befreien. In den vergangenen Jahren mit Erfolg. Trotzdem muss auch in diesem Jahr wieder Waldfläche mit giftigem Biozid besprüht werden.

Im Westen von Brandenburg hat am Montag wieder die Bekämpfung des Eichenprozessionsspinners begonnen. Insgesamt sollen rund 28 Hektar Waldfläche in den kommenden drei Wochen aus der Luft mit einem giftigen Schädlingsbekämpfungsmittel besprüht werden. Begonnen wurde mit der Aktion in der Oberförsterei Rathenow (Havelland), wie das Umweltministerium mitteilte.

Ab Donnerstag (Himmelfahrt) bis einschließlich Sonntag sollen aufgrund des hohen Radfahraufkommens an und um den Feiertag die Maßnahmen ausgesetzt werden. Während der Maßnahme sei es verboten, Pilze und Beeren zu pflücken. In unverdünnter Form könne das Planzenschutzmittel zu Hautreizungen führen, sagte Einsatzleiter Michael Kopka vom Landesbetrieb Forst Brandenburg. Entlang der Hauptwege sind Warnschilder angebracht.

Seit 2004 versucht Brandenburg, den Eichenprozessionsspinner aus den Wäldern zurückzudrängen. Die Schmetterlingsraupe schädigt nicht nur die Bäume. Bei Menschen reizen die Brennhaare Haut und Atemwege und können bei Berührung allergische Reaktionen und Juckreiz hervorrufen.

Bei der erstmaligen Bekämpfung wurden 106 Hektar Wald- und öffentliche Fläche besprüht. „Seitdem konnten wir die Fläche immer weiter verkleinern“, sagte Kopka. Dieses Jahr habe man mit 28 Hektar die geringste Fläche. Das Gebiet wurde von ursprünglich 35 geplanten Hektar noch einmal reduziert. Zunächst gab es ein umfangreiches Monitoring. Die ersten Prognosen werden anhand von Fraßschäden und Eigelegen in den Eichenkronen erstellt.

Neben dem Eichenprozessionsspinner sollen ab kommendem Montag (14. Mai) auch die Kieferngroßschädlinge Nonne und Forleule bekämpft werden. Durch die Raupen drohe Kiefern Kahlfraß. Baumbestände sterben ab, wie Kopka erklärte. Begonnen wird mit den Aktionen in der Oberförsterei Dippmannsdorf, Lehnin und Calau (Potsdam-Mittelmark/Oberspreewald-Lausitz).

(dpa/bob)