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| 18:09 Uhr

Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft veröffentlicht Zahlen für 2017
Brandenburg ist Flächenland mit höchster Auto-Diebstahlrate

Die Zeiten, in denen Autodiebe die Fahrzeuge noch mit Dietrich und Brecheisen geöffnet und wie im Fernsehen mit zwei aus der Lenksäule gerissenen Kabeln gestartet haben, sind dabei freilich längst vorbei. Seit geraumer Zeit sind die Langfinger auf dem Techno-Trip und nutzen den Computer, um die Fahrzeuge zu knacken.
Die Zeiten, in denen Autodiebe die Fahrzeuge noch mit Dietrich und Brecheisen geöffnet und wie im Fernsehen mit zwei aus der Lenksäule gerissenen Kabeln gestartet haben, sind dabei freilich längst vorbei. Seit geraumer Zeit sind die Langfinger auf dem Techno-Trip und nutzen den Computer, um die Fahrzeuge zu knacken. FOTO: dpa-tmn / Kai Remmers
Berlin. In Brandenburg werden so viele Autos gestohlen wie in keinem anderen Flächenland. In Sachsen liegt die Quote nur leicht über dem Bundesschnitt. Das geht aus am Montag veröffentlichten Zahlen des Gesamtverbandes der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) hervor. Und: Diebe stehlen zunehmend sehr teure Wagen. Von Andreas Rabenstein

Obwohl die Zahl der Autodiebstähle 2017 – Langfinger haben insgesamt 17.493 Autos geklaut – im Vergleich zum Vorjahr um vier Prozent gesunken ist, stieg der wirtschaftliche Schaden auf fast 324 Millionen Euro (plus acht Prozent). Grund: Die Diebe hatten es noch mehr als früher die teuren Geländewagen, Sportwagen und Limousinen abgesehen. Die durchschnittliche Entschädigung für einen Diebstahl erreichte mit rund 18.500 Euro (plus 13 Prozent) eine neue Rekordhöhe.

Am unsichersten lebten die Besitzer teurer Wagen im Osten Deutschlands, wo organisierte Banden aus Osteuropa gerne agieren. In Berlin dagegen registrierten die Versicherungsfirmen 3355 Diebstähle bei ihren Kunden. Das waren 3,6 gestohlene Autos auf 1000 kaskoversicherte Personenwagen. Es folgte in der Liste mit großem Abstand Hamburg mit 1143 Diebstählen (1,9 auf 1000 Pkw). Auf Platz drei liegt Brandenburg (1,4), gefolgt von Sachsen (0,7) und Sachsen-Anhalt (0,7).

Brandenburg ist Flächenland mit höchster Diebstahlrate

Während Berlin die Hauptstadt der Autodiebe bleibt, ist Brandenburg damit das Flächenland mit der höchsten Diebstahlrate. Autos, die nur haftpflichtversichert sind, tauchen in der GDV-Statistik nicht auf. Die tatsächlichen Diebstahlszahlen liegen deshalb höher: Für Brandenburg etwa weist die GDV-Statistik 1531 gestohlene Autos aus. Die Polizeiliche Kriminalstatistik erfasst für das Bundesland hingegen 2513 Fälle. Dabei sind auch die Diebstähle erfasst, in denen die Autos keine Teilkaskoversicherung hatten.

Unter dem Durchschnitt lag hingegen der Wert der gestohlenen Brandenburger Autos: Die Versicherer zahlten im Schnitt für jeden Fall knapp 14.900 Euro – rund 3.600 Euro weniger als im Bundesdurchschnitt. Insgesamt verursachten Autodiebe in Brandenburg 2017 einen wirtschaftlichen Schaden von über 22,8 Millionen Euro.

Diebstahlgefahr im Süden viel geringer

Deutlich geringer war die Diebstahlgefahr im Süden der Republik: In Bayern und Baden-Württemberg wurden im gesamten Jahr nur 821 bzw. 698 Autos geklaut, was jeweils einer Quote von 0,1 entspricht. Auch im Saarland lag die Quote bei nur 0,1 Prozent. Auch die süddeutschen Großstädte waren hinsichtlich eines Autodiebstahls deutlich sicherer als andere Städte. In München gab es nur 135 Diebstähle, in Stuttgart 43. Berlin hat 2,5 Mal so viel Einwohner wie München – aber auch 25 Mal so viele Autodiebstähle.

Im Mittelfeld der Autodiebstahl-Statistik liegennördliche und westliche Bundesländer wie Mecklenburg-Vorpommern (0,5), Bremen (0,5), Nordrhein-Westfalen (0,5), Schleswig-Holstein (0,4) und Niedersachsen(0,4). Deutlich seltener kamen die Autos in Hessen (0,3), Thüringen (0,3) und Rheinland-Pfalz (0,2) weg.

Diebe lieben weiterhin VW

Am häufigsten wurden Autos der Marken VW, Audi, BMW und Mercedes gestohlen. Im Verhältnis zur Verbreitung der Modelle führt der Audi-SUV Q7 die Negativ-Liste an. Von 1000 versicherten Fahrzeugen sind im vergangenen Jahr 15 gestohlen worden. Aber auch Range Rover und Porsche waren sehr beliebt bei den oft organisierten Kriminellen.

Die teuersten Autos stahlen die Diebe in Hessen. Da lag der durchschnittliche Schaden bei rund 25 500 Euro. Es folgten Hamburg mit knapp 22 700 Euro und Nordrhein-Westfalen mit knapp 20 000 Euro. Blickt man nur auf die Städte lag auf Platz eins Düsseldorf (rund 30 300 Euro) vor Wuppertal und Köln.

Die niedrigsten Schäden pro Diebstahl registrierten die Versicherer in Karlsruhe und Bielefeld mit jeweils etwa 11 500 Euro.