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| 14:41 Uhr

Wirtschaftsausschuss des Potsdamer Landtags
Politiker sehen keine Hoffnung für Zuckerfabrik Brottewitz

 Auch der Protest der Brottewitzer vor der Südzucker-Zentrale brachte keinen Erfolg.
Auch der Protest der Brottewitzer vor der Südzucker-Zentrale brachte keinen Erfolg. FOTO: LR / Frank Claus
Potsdam. Wie geht es weiter für die Zuckerwerker von Brottewitz. Die Politik sieht offenbar keine Möglichkeiten mehr für den Erhalt. Brandenburgs Wirtschaftsminister Jörg Steinbach (SPD) sagt zur Schließungsabsicht von Südzucker, die Entscheidung sei nicht mehr zu verhindern gewesen. Von Benjamin Lassiwe

Brandenburgs Politik hat keine Hoffnung mehr für Brottewitz. Das wurde deutlich, als der Wirtschaftsausschuss des Landtags am Mittwoch auf der Internationalen Tourismusbörse (ITB) in Berlin zusammenkam. Auf Wunsch von CDU und Grünen war das Thema kurzfristig auf die Tagesordnung des Ausschusses gesetzt worden. Doch unter dem Eindruck des Messelärms und der besonderen Situation der auswärtigen Sitzung beschäftigten sich die Abgeordneten fast aller Fraktionen – von der AfD war, als das Thema verhandelt wurde, kein Abgeordneter erschienen – kaum fünf Minuten mit der Lage der Zuckerfabrik. Dann wurde die Situation in Brottewitz auf die nächste reguläre Sitzung vertagt.

Wirtschaftsminister sauer auf Südzucker

„Ich drücke Dinge manchmal etwas drastischer aus – ich bin auf Südzucker ziemlich sauer“, sagte Wirtschaftsminister Jörg Steinbach (SPD). Das Unternehmen habe die Folgen des Endes der Zuckerpreisbindung völlig verkannt. Man sei in eine Situation gekommen, die man durchaus hätte vermeiden können. Ministerpräsident Dietmar Woidke (SPD) und er selbst hätten versucht, eine Schließung des Werks in Brottewitz wenigstens noch um ein oder zwei Jahre hinauszuschieben. „Die Entscheidung war aber nicht mehr zu verhindern“, sagte Steinbach. Südzucker habe sich nicht auf solche Lösungen eingelassen. In den nächsten Wochen werde Wirtschaftsstaatssekretär Hendrik Fischer noch einmal nach Brottewitz fahren, um sich dort mit dem Betriebsrat und den Beschäftigten an einen Tisch zu setzen. „Wir werden gucken, wo wir die Leute unterstützen können“, sagte Steinbach. Zudem solle sich die Wirtschaftsförderungsgesellschaft WFBB den Standort noch einmal „von der technischen Seite ansehen“, um zu schauen, ob die Anlagentechnik vor Ort noch für andere Dinge nutzbar sei.

Landragsabgeordnete sichert Unterstützung zu

Die Landragsabgeordnete Barbara Hackenschmidt (SPD) betonte gegenüber der RUNDSCHAU, die Politik werde die Beschäftigten nicht im Stich lassen. Sie setze ihre Hoffnung vor allem darauf, dass auch für den Elbe-Elster-Kreis Mittel aus dem Strukturwandel zur Verfügung stünden.