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| 02:38 Uhr

Brandanschlag in Nauen – Staatsanwalt fordert lange Haft

Maik Schneider soll nach dem Willen des Staatsanwalts für knapp neun Jahre in Haft.
Maik Schneider soll nach dem Willen des Staatsanwalts für knapp neun Jahre in Haft. FOTO: dpa
Potsdam. Der NPD-Politiker Maik Schneider soll im Prozess um den Brandanschlag von Nauen nach dem Willen der Staatsanwaltschaft für acht Jahre und neun Monate ins Gefängnis. Für einen der fünf mitangeklagten Neonazis forderte die Anklage am Dienstag in ihrem Plädoyer acht Jahre und drei Monate Haft. dpa/bl

Er habe im August 2015 eine geplante Flüchtlingsunterkunft in Nauen (Havelland) gemeinsam mit Schneider angezündet, so der Ankläger. "Vom Urteil soll ein Signal ausgehen, dass wir solche Taten nicht dulden und hart be strafen", sagte Staatsanwalt Nils Delius.

Der NPD-Politiker und die fünf mitangeklagten Neonazis hätten in Nauen eine Gruppe "mit fremdenfeindlicher und rechtsex tremer Gesinnung" gebildet, die sich im Jahr 2015 zunehmend radikalisiert habe, sagte Delius. Die Brandstiftung an der Sporthalle eines Oberstufenzentrums sei unter der Leitung von Schneider lange geplant und sorgfältig durchgeführt worden. "Diese Brandstiftung sollte ein Zeichen setzen: Ein Zeichen des Hasses, der Hartherzigkeit und der Fremdenfeindlichkeit", sagte Delius.

Drei weitere Angeklagte sollen nach dem Plädoyer wegen Beihilfe zu der Brandstiftung zu Strafen von zwei Jahren zur Bewährung beziehungsweise in einem Fall zu drei Jahren und drei Monaten Haft verurteilt werden. Die drei sollen Schmiere gestanden oder bei der Vorbereitung des Anschlags geholfen haben. Für zwei Angeklagte kämen laut Kronzeugenregelung Bewährungsstrafen in Betracht, weil sie durch umfassende Geständnisse und Aussagen die Ermittlungen befördert haben. Dem sechsten Angeklagten sei keine Beteiligung an der Brandstiftung nachzuweisen, sagte Delius. Dieser solle aber wegen anderer Delikte eine Bewährungsstrafe von sechs Monaten erhalten. In die beantragten Freiheitsstrafen sollen auch andere Delikte von Gruppenmitgliedern einfließen.