Nach einer Explosion auf einem Sprengplatz der Polizei im Grunewald in Berlin ist der angrenzende Wald in Flammen geraten. Das Feuer breitete sich nach Angaben der Feuerwehr weiter unkontrolliert aus. Immer wieder kam es zu weiteren Explosionen. Auch Stunden nach dem Ausbruch des Feuers im Grunewald waren weitere Knallgeräusche aus Richtung des Sprengplatzes zu hören. Am Morgen des Donnerstag war eine Fläche von eineinhalb Hektar betroffen.
Alle Informationen zum Waldbrand im Grunewald finden Sie in unserem Liveticker.

+++08:18 Uhr Feuerwehr hofft auf Ende der Avus-Sperrung im Laufe des Freitags +++

Die Berliner Feuerwehr hofft, dass die Autobahn Avus und der Zugverkehr rund um das Feuer im Grunewald am Freitag wieder freigegeben werden können. „Das große Ziel ist, dass man im Laufe des Vormittags Erkenntnisse auf dem Sprengplatz gewinnt. Davon hängt auch die Sperrung ab“, sagte Thomas Kirstein, Sprecher der Berliner Feuerwehr, am Freitagmorgen dem RBB. In der Nacht seien die Einsatzkräfte bei den Löscharbeiten gut vorangekommen.
Die Feuerwehr habe „nahezu alles, was es an Technik gibt in Deutschland“ anfahren lassen, sagte Kirstein. „Wir fahren hier heute groß auf.“
Teile des Feuers im Berliner Grunewald sind laut Feuerwehr zwar gelöscht - der Sprengplatz ist demnach aber weiter ein großes Problem. „Am Boden gibt es noch kleinere Brände im Sperrkreis“, sagte Feuerwehr-Sprecher Thomas Kirstein am Freitagmorgen. Das seien „einige Stellen, das ist keine große Fläche mit großer Intensität“. Ungünstig sei das Auffrischen des Windes, weil es die Gefahr berge, dass das Feuer wieder aufflamme.

+++06:30 Uhr Feuer im Grunewald nicht über Sperrkreis ausgebreitet +++

Das Feuer im Berliner Grunewald hat sich in der Nacht zum Freitag nicht über den Sperrkreis hinaus ausgebreitet. „Die Brände konnten innerhalb der Ringstellung gehalten werden“, teilte die Feuerwehr am Freitagmorgen auf Twitter mit. Das Hauptproblem sei weiterhin der Sprengplatz, sagte Feuerwehr-Sprecher Thomas Kirstein am Morgen. „Wir müssen damit rechnen, dass es weiter zu Detonationen und zum Trümmerflug kommt.“ Die Feuerwehr habe die ganze Nacht hindurch gearbeitet.
Am frühen Freitagmorgen sei weitere Spezialtechnik eingetroffen, die bei der Erkundung der Sperrzone helfen könne, sagte Kirstein. Dabei handele es sich um drei ferngesteuerte Roboter, die tiefer ins Gebiet vordringen könnten. Auch gepanzerte Fahrzeuge, die löschen könnten, seien gebracht worden.

+++06:13 Uhr Brand im Grunewald - Avus bleibt am Freitagmorgen zunächst gesperrt

Wegen des Brandes im Berliner Grunewald bleibt die Autobahn Avus im Südwesten Berlins zunächst gesperrt. Auch der Zugverkehr sei von den Verkehrseinschränkungen weiter betroffen, sagte ein Sprecher der Berliner Feuerwehr am Freitagmorgen. In einer ersten Lagebesprechung um 7 Uhr soll das weitere Vorgehen besprochen werden.

+++05:05 Uhr Löscharbeiten rund um den Sprengplatz lebensgefährlich+++

Einen Tag nach Ausbruch des Feuers im Berliner Grunewald kämpft die Feuerwehr weiter gegen die Flammen und muss noch eine Reihe von Problemen lösen. Löscharbeiten rund um den Sprengplatz der Polizei, wo der Brand ausgebrochen war, sind nach Einschätzung der Feuerwehr lebensgefährlich, weil dort Munition lagert, die jederzeit detonieren könnte. Am Freitag wolle man ab 07.00 Uhr über das weitere Vorgehen beraten, sagte Feuerwehrsprecher James Klein. Danach könne man vermutlich besser einschätzen, bis wann mit weiteren Beeinträchtigungen des Verkehrs zu rechnen sei. Die Brandursache ist weiter unklar - und auch, ob es zuerst brannte oder zunächst zu Explosionen kam.

+++ 21:01 Uhr Autobahn und Bahnstrecken bleiben wegen Waldbrand bis Freitagmorgen gesperrt +++

Wegen des Brandes im Berliner Grunewald bleibt die Autobahn Avus im Südwesten Berlins bis mindestens Freitagmorgen, 6 Uhr, gesperrt. Das sagte der Sprecher der Berliner Feuerwehr, Thomas Kirstein, am Donnerstagabend. Auch im Bahn- und S-Bahnverkehr sei weiter mit Einschränkungen zu rechnen.
Wie die Verkehrsinformationszentrale (VIZ) auf Twitter mitteilte, hofft die S-Bahn Berlin, dass die Grunewaldstrecke der S7 am Freitagmorgen wieder freigegeben werden könne. Noch bis 6 Uhr ist der Zugverkehr zwischen Grunewald und Wannsee aber unterbrochen. Als Umfahrungsmöglichkeit wird die S1 zwischen Friedrichstraße und Wannsee empfohlen. Zwischen Wannsee und Potsdam fahren die Züge der Linie S7 außerdem nur im 20-Minuten-Takt.
Einschränkungen gibt es weiterhin auch im Regional- und Fernverkehr. So bleibt die Strecke zwischen Berlin Hauptbahnhof und Potsdam gesperrt. Einzelne Züge im Fernverkehr müssen nach Angaben der Deutschen Bahn umgeleitet werden und können nicht in Berlin-Wannsee und Potsdam Hauptbahnhof halten. Der Brand im Grunewald war am Donnerstagmorgen ausgebrochen und hatte sich im Laufe des Tages ausgeweitet.

+++ 19:24 Uhr Erneute Explosionen auf Sprengplatz +++

Durch den Brand im Berliner Grunewald ist es auf dem Sprengplatz der Polizei am frühen Abend erneut zu Explosionen gekommen. Sie seien auch in 1,2 Kilometer Entfernung gut zu hören gewesen, sagte Feuerwehrsprecher Thomas Kirstein der Deutschen Presse-Agentur. Die Detonationen seien bemerkt worden, während ein Spezialroboter der Bundeswehr den Sprengplatz erkunden sollte. Der Einsatz sei deshalb abgebrochen worden. Auch anschließend habe es noch mehrere Detonationen gegeben.
Die Löscharbeiten innerhalb der Sicherheitszone rund um den Sprengplatz, mit denen die Feuerwehr am späten Nachmittag begonnen hatte, gingen dagegen weiter, sagte Kirstein. Der Sperrkreis hat einen Radius von 1000 Metern.

+++ 18:45 Uhr Gnadenhof Wensickendorf bereitet Rettung von Tieren vor +++

Tierschützer befürchten, dass durch den Brand im Grunewald viele Tiere verletzt oder getötet wurden. Die Wildtierretter aus Wensickendorf wollen so viele Tiere wie möglich retten, sobald der gesperrte Wald freigegeben wird.

+++ 18:36 Uhr Jarasch fordert mehr Katastrophen- und Bevölkerungschutz +++

Berlins Umweltsenatorin Bettina Jarasch hat Konsequenzen aus der Zunahme von Waldbränden gefordert. Deren Zahl sei in den vergangenen Jahren bundes- und europaweit gestiegen, sagte die Grünen-Politikerin am Donnerstag nach einem Besuch im Berliner Grunewald, wo es seit den frühen Morgenstunden brannte. „Das hat natürlich mit dem Klimawandel zu tun - nicht dieser Brand wohlgemerkt, aber die Zunahme insgesamt“, sagte Jarasch. „Und darauf müssen wir uns einstellen.“
Katastrophen- und Bevölkerungsschutz müssten einen höheren Stellenwert bekommen, aber auch die Zusammenarbeit zwischen Feuerwehr und Forsten, die in Berlin zum Glück schon sehr gut sei. „Und wir müssen den Wald umbauen zu einem Mischwald, der mehr Feuchtigkeit speichert und nicht so leicht in Brand gerät, wie es reine Nadelwälder tun“, sagte Jarasch.

+++ 18:07 Uhr Ausmaß der Schäden noch nicht absehbar +++

Der Umfang des Schadens im Berliner Grunewald durch den Brand und die Explosionen auf dem Sprengplatz der Polizei sind für Forstamtsleiter Gunnar Heyne noch nicht abzuschätzen. Die Zusammensetzung des Waldes sei dort aber etwas anders als etwa in Brandenburg, sagte er am Donnerstag im rbb-Inforadio. „Wir haben da zwar auch Kiefer, aber mit sehr viel Laubholz im Unterstand und frischeren Böden, so dass sich das Feuer, ich hoffe es zumindest, nicht so schnell ausbreitet.“

+++ 17:32 Uhr Löscharbeiten im Sperrkreis beginnen +++

Die Feuerwehr hat mit Löscharbeiten innerhalb der Sicherheitszone rund um den Sprengplatz im Grunewald begonnen. Das sagte Feuerwehrsprecher Thomas Kirstein am späten Donnerstagnachmittag. „Der Sperrkreis von 1000 Metern bleibt bestehen. Aber es ist möglich, dass wir als Feuerwehr jetzt in gewissen Bereichen bis auf 500 Meter tätig werden können“, sagte Kirstein. „Das heißt, die Löscharbeiten sind zum Teil schon angelaufen.“ Das Löschwasser sei im Vorfeld schon bereitgestellt worden.
„Jede Minute, die wir keine Detonationen hören oder auf dem Sprengplatz etwas passiert, ist eine gute Zeit für uns“, sagte Kirstein. „Wir werden jetzt mit den Einsatzkräften der Feuerwehr in Teilen bis 500 Meter rangehen können.“ Die Bundeswehr unterstütze die Feuerwehr, indem sie Schneisen im Wald anlege, von denen aus dann Löscharbeiten möglich seien. „Es ist davon auszugehen, dass das Feuer nicht über den 1000-Meter-Sperrkreis hinweggeht“, so der Feuerwehrsprecher.
„Wir haben die Fläche jetzt neu definiert: Es sind rund 50 Hektar betroffen“, erklärte Kirstein. „Die brennen nicht alle komplett, die sind zum Teil nur verraucht.“ Die Fläche habe sich seit den frühen Morgenstunden aber deutlich ausgeweitet. „Wir sind jetzt aber guter Dinge“, sagte Kirstein. „Wir haben eine unabhängige Löschversorgung, die uns heute in den Abendstunden massiv nach vorne bringen wird.“

+++ 16:56 Uhr Löscharbeiten werden mindestens bis Freitag dauern +++

Die Berliner Feuerwehr geht davon aus, dass der Brand im Grunewald bis Freitag anhalten wird. „Wenn man hier eine vorsichtige Einschätzung vornimmt und wenn man das realistisch analysiert die Lage, sieht es so aus, dass wir schon damit rechnen, dass die Lage mindestens auch noch in den frühen Morgenstunden nicht beendet sein wird. Sich über die Nacht zieht“, sagte James Klein vom Pressedienst der Feuerwehr am Donnerstagnachmittag.
Der Brand breite sich innerhalb des Sperrkreises der Feuerwehr nach Südwesten aus. „Wir hatten zuerst ein Feuer am Sprengplatz, das hat sich auf drei, vier Feuer erweitert“, sagte Klein. „Wenn man jetzt sich die Drohnen- und Hubschrauberbilder anguckt, haben wir da mehrere Glutnester, die noch zu den drei, vier dazugekommen sind. Das Feuer bewegt sich in den Südwesten (...) und da sind überall kleinere Glutnester.“ Die Riegelstellung können aber gehalten werden. „Da ist das Feuer noch nicht rüber gekommen.“

+++ 16:30 Uhr Giffey hält Evakuierungen nicht für nötig +++

Berlins Regierende Bürgermeisterin Franziska Giffey (SPD) sieht trotz des anhaltenden Brandes im Grunewald keine Notwendigkeit für Evakuierungen. „Es ist kein Personenschaden zu beklagen“, sagte die SPD-Politikerin am Donnerstag nach einem Besuch an der Brandstelle. „Es gibt keine Notwendigkeit für eine Evakuierung von Bevölkerung“, sagte sie. „Das haben wir in Brandenburg ja anders erlebt, wo ganze Dörfer evakuiert werden mussten. Das ist hier nicht der Fall, weil hier im Umkreis von zwei Kilometern niemand wohnt.“ Giffey sagte, bei dem Brand im Grunewald handele es sich um ein Ereignis, das in der Berliner Nachkriegsgeschichte einmalig sei. Die Regierende Bürgermeisterin hatte ihren Urlaub unterbrochen, um sich im Grunewald selbst ein Bild von der Lage zu machen.
„Ich bin sehr dankbar, dass wir das interdisziplinär tun, also zusammen mit der Bundeswehr und in engem Schulterschluss von Berliner Polizei und Berliner Feuerwehr“, so die Regierende Bürgermeisterin. Giffey dankte allen Einsatzkräften, ausdrücklich auch denen aus Brandenburg und der Bundeswehr, für ihre schnelle Unterstützung. „Für uns ist ganz entscheidend, dass wir sehr zügig ein Übergreifen der Flammen verhindern und alle Kräfte, die wir haben, bündeln. Das geschieht gerade.“

+++ 16:07 Uhr Feuerwehr rechnet mit Ausweitung des Brandes im Grunewald +++

Die Berliner Feuerwehr stellt sich darauf ein, dass sich der Brand im Grunewald ausweitet. „Wir haben feststellen müssen, dass das Feuer im Sperrkreis weitergelaufen ist“, sagte Feuerwehrsprecher Thomas Kirstein am Donnerstag. „Wir haben gesehen, dass das Feuer schon in Richtung Avus läuft. Damit ist jetzt zu rechnen in den nächsten Stunden.“ Es sei davon auszugehen, dass der Brand sich noch ausweite und auch die Rauchentwicklung zunehme. „Wir sind mit Kräften weiter vorgerückt, aber das ist ein Tropfen auf dem heißen Stein“, sagte Kirstein. Es gehe darum, den Sperrkreis um den Sprengplatz der Berliner Polizei verkleinern zu können, so dass die Feuerwehr zum Löschen näher an ihn herankommen könne. Bisher gilt ein Sicherheitsradius von 1000 Metern.

+++ 15:49 Uhr Noch keine Löscharbeiten im Sicherheitsbereich +++

Die Feuerwehr hat im Berliner Grunewald noch nicht mit Löscharbeiten im Sicherheitsradius von 1000 Metern rund um den Sprengplatz der Polizei begonnen. Das sagte Landesbranddirektor Karsten Homrighausen am Donnerstagnachmittag mit Hinweis auf die damit verbundenen Gefahren. „Wir haben die Vorbereitungen intensiviert, genau ab dem 1001. Meter“, sagte Homrighausen. Wenn Brände sich über den Sicherheitsbereich auszuweiten drohten, könne ihnen begegnet werden.
„Wir haben uns darauf vorbereitet mit einem massiven Kräfteaufgebot“, sagte der Landesbrandmeister. Die Löschwasserversorgung aus der Havel und der Krummen Lanke sei unerschöpflich. Das Löschwasser werde an die Einsatzstelle gebracht, bis an die Sicherheitszone.
Die Bundeswehr unterstütze die Feuerwehr, etwa indem sie Schneisen in die Waldfläche ziehe, sagte Homrighausen. Das biete der Feuerwehr mehr Bewegungsmöglichkeiten und verbessere die Chancen der Brandbekämpfung, falls sich das Feuer ausweiten sollte.
„Wir haben im Augenblick 250 Kräfte“, sagte der Landesbrandmeister. Einige davon seien noch auf der Anfahrt zum Brandort. Berliner Feuerwehr, Polizei und Bundeswehr seien dabei gemeinsam im Einsatz.

+++ 15:20 Uhr Giffey: Wir müssen über Sprengplatz auf Berliner Stadtgebiet reden +++

Berlins Regierende Bürgermeisterin Franziska Giffey hat angekündigt, über den Standort des Sprengplatzes der Berliner Polizei reden zu wollen. „Wir müssen uns darüber Gedanken machen, wie wir in Zukunft mit diesem Sprengplatz umgehen und ob auf Berliner Stadtgebiet ein solcher Ort der richtige ist“, sagte die SPD-Politikerin nach einem Besuch im Grunewald, in dem es seit den Morgenstunden auf und rund um den Sprengplatz brennt.
Giffey sagte, sie werde auch mit Brandenburgs Ministerpräsident Dietmar Woidke (SPD) über die Möglichkeiten für eine Kooperation in der Metropolregion sprechen. „Das muss man bereden“, sagte Giffey. „Im Moment bin ich sehr froh, dass hier keine Wohnbebauung im näheren Umfeld ist und wir niemandem evakuieren müssen.“
Der Sprengplatz sei seit vielen Jahren im Grunewald, sagte die Regierende Bürgermeisterin. „Er ist der einzige auf Berliner Territorium in dieser Form.“ Er liege im Wald, nicht in einem Wohngebiet. „Insofern ist das eine Situation, die jetzt, wie wir sie bewerten können, die Lage noch eher entspannt.“

+++ 15:10 Uhr Wetterlage könnte der Feuerwehr nützen +++

Das Wetter dürfte Einsatzkräften bei der Bekämpfung des Brandes im Berliner Grunewald zunächst nur ein wenig helfen. Laut Deutschem Wetterdienst (DWD) bleibt es am Donnerstag und in der Nacht zum Freitag in der Region durchweg trocken, allerdings gibt es auch keine signifikanten Winde, die das Feuer weiter anfachen könnten. Für Freitagnachmittag seien hingegen Schauer und Gewitter vorhergesagt. „Da kann auch Starkregen dabei sein“, sagte ein DWD-Sprecher. Die Niederschlagsmenge könne der Feuerwehr dann löschen helfen.
Während der Gewitter könne es zu stärkeren Windböen von bis zu 85 Kilometern pro Stunde kommen. Da diese aber im Zusammenspiel mit dem Regen aufträten, sollten auch sie das Feuer nicht weiter entfachen.

+++ 13:54 Uhr Feuerwehr befürchtet tagelangen Einsatz +++

Die Berliner Feuerwehr stellt sich bei der Bekämpfung des Brandes im Grunewald auf einen langen Einsatz ein. Der Brand werde die Einsatzkräfte möglicherweise noch die nächsten Tage beschäftigen, sagte Feuerwehrsprecher Thomas Kirstein am Donnerstag. „Aber wir werden das Feuer löschen.“

+++ 13:42 Uhr Spezialroboter der Bundeswehr im Einsatz +++

Bei dem Brand im Berliner Grunewald soll am Nachmittag ein ferngesteuerter Spezialroboter der Bundeswehr zum Einsatz kommen. Mit vier Kameras und Greifarm ausgerüstet könne der Roboter näher an die Brandfläche herankommen, sagte Brigadegeneral Jürgen Karl Uchtmann am Donnerstag. Auf diese Weise lasse sich ein klareres Lagebild erstellen.
Mit Hilfe von „Manipulationsfahrzeug Teodor“ können nach Bundeswehrangaben etwa „Kampfmittel und behelfsmäßige Sprengvorrichtungen auf Abstand entdeckt, identifiziert, bewertet und beseitigt werden“.

+++ 12:58 Uhr Brandursache weiterhin unklar +++

Wohngegenden sind nach Erkenntnissen der Feuerwehr nicht in Gefahr. „Das werden wir verhindern“, sagte ein Sprecher. Die nächsten Wohngebäude seien mindestens zwei Kilometer entfernt. Auch Verkehrsinfrastruktur sei nicht betroffen. Verletzte habe es bislang nicht gegeben. Die Berlinerinnen und Berliner sollten die Gegend aber weiträumig meiden.
Das Feuer im Berliner Grunewald breitet sich weiter unkontrolliert aus. „Das bereitet uns Sorge“, sagte ein Feuerwehrsprecher am Donnerstagmorgen. Es gebe nach wie vor keine gesicherten Erkenntnisse darüber, wie es am Sprengplatz in dem Wald genau aussehe. Derzeit würden Aufnahmen einer Drohne und eines Polizeihubschraubers zusammengeführt und ausgewertet. Aufgrund der Gefahr durch Explosionen und umherfliegende Trümmerteile hat sich die Feuerwehr auf rund 1000 Meter um die Flammen herum zurückgezogen.
Es sei davon auszugehen, dass die hohe Trockenheit in der Gegend den weiteren Verlauf des Feuers beeinflussen werde, hieß es. Die am Donnerstag erwartete Hitze werde vor allem den Einsatzkräften zu schaffen machen.
„Die Lage ist unübersichtlich“, sagte ein Sprecher der Feuerwehr. Aufgrund von weiteren Explosionen und umherfliegenden Trümmerteilen hat die Feuerwehr eigenen Angaben zufolge noch nicht mit dem Löschen begonnen, startete aber bereits Eindämmungsmaßnahmen. In einem Radius von 1000 Metern um das Feuer herum begannen sie damit, die angrenzenden Waldgebiete zu bewässern. Auf diese Weise soll ein Ausbreiten der Flammen erschwert werden. Ein Löschhubschrauber sei angefordert, auch die Bundeswehr ist im Einsatz. Es seien 100 Einsatzkräfte der Feuerwehr sowie Polizeikräfte vor Ort. Vor Ort trafen Wasserwerfer und Räumpanzer ein.
Ein Räumpanzer auf dem Weg zum Einsatzort. Im Berliner Grunewald ist nach einer unbeabsichtigten Explosion auf dem dortigen Sprengplatz am Donnerstagmorgen ein Feuer ausgebrochen und hat den angrenzenden Wald in Brand gesetzt.
Ein Räumpanzer auf dem Weg zum Einsatzort. Im Berliner Grunewald ist nach einer unbeabsichtigten Explosion auf dem dortigen Sprengplatz am Donnerstagmorgen ein Feuer ausgebrochen und hat den angrenzenden Wald in Brand gesetzt.
© Foto: Paul Zinken
Ein Wasserwerfer der Polizei auf dem Weg zum Einsatzort. Im Berliner Grunewald ist nach einer unbeabsichtigten Explosion auf dem dortigen Sprengplatz am Donnerstagmorgen ein Feuer ausgebrochen und hat den angrenzenden Wald in Brand gesetzt.
Ein Wasserwerfer der Polizei auf dem Weg zum Einsatzort. Im Berliner Grunewald ist nach einer unbeabsichtigten Explosion auf dem dortigen Sprengplatz am Donnerstagmorgen ein Feuer ausgebrochen und hat den angrenzenden Wald in Brand gesetzt.
© Foto: Paul Zinken

+++ 12:49 Uhr Innensenatorin Spranger zur Sicherheit der Anwohner +++

Innensenatorin Iris Spranger (SPD) sieht die Sicherheit der Bewohnerinnen und Bewohner rund um den Grunewald gewährleistet. „Was für mich wichtig ist: Dass die Sicherheit der Berlinerinnen und Berliner nicht gefährdet ist und das ist hier gegeben“, sagte Spranger am Donnerstag am Ort des Einsatzes. Es gebe keinerlei toxische Gegenstände, von denen eine Gefahr ausgehen könnte. „Insofern kann ich Sie jetzt erstmal beruhigen.“ Der Sicherheitsradius von rund einem Kilometer sei auch mit Blick auf die Anwohnerinnen und Anwohner gezogen worden.
Spranger bedankte sich bei den Einsatzkräften von Feuerwehr, Polizei und Bundeswehr. Schon im vergangenen Herbst sei die Waldgegend von leicht brennbaren Materialien wie Gestrüpp oder Totholz befreit worden, so dass sich Feuer nicht so leicht ausbreiten könnten. Die Regierende Bürgermeisterin Franziska Giffey (SPD) habe ihren Urlaub unterbrochen, um sich am Nachmittag selbst ein Bild vor Ort von der Lage machen.

+++ 11:11 Uhr Kein Hubschrauber der Bundeswehr verfügbar +++

Mit einem Löschhubschrauber der Bundeswehr können die Einsatzkräfte beim Feuer im Berliner Grunewald nicht rechnen. Ein solcher stehe aufgrund des Waldbrands in Sachsen derzeit nicht zur Verfügung, sagte ein Feuerwehrsprecher am Donnerstag in Berlin.

+++ 10:53 Uhr Museum Barberini und Jagdschloss Grunewald reagieren +++

Das Jagdschloss Grunewald bleibt aufgrund des Feuers in dem Gebiet am Donnerstag geschlossen. Gefahr für das Jagdschloss bestehe aber nicht, teilte die Stiftung Preußische Schlösser und Gärten Berlin-Brandenburg am Vormittag mit. Die Stiftung verwies auf Warnungen der Feuerwehr, das Waldgebiet weiträumig zu meiden.
Wegen der Verkehrssperrungen infolge des Brands im Berliner Grunewald bietet das Potsdamer Museum Barberini den Gästen einen besonderen Service: „Gebuchte Zeitfenstertickets behalten ihre Gültigkeit auch bei verspäteter Ankunft im Museum“, teilte das Museum am Donnerstag per Twitter mit. Dies gelte auch für die kommenden Tage, falls die Sperrung der Autobahn 115 (Avus) und des Bahnverkehrs anhalte.
Das Museum zeigt in der Schau „Die Form der Freiheit“ bis zum 25. September in fast 100 Werken von 52 Künstlerinnen und Künstlern den Dialog des Abstrakten Expressionismus in den USA und der informellen Malerei in Westeuropa von Mitte der 1940er Jahre bis zum Ende des Kalten Krieges.

+++ 08:54 Uhr S-Bahn unterbrochen, Avus gesperrt +++

„Momentan befinden wir uns in der Phase der Beratung und Beobachtung“, sagte der Sprecher weiter. Nach Angaben eines Polizeisprechers sei bisher noch völlig unklar, wie es zu der Explosion kommen konnte. Auf dem Platz wird Fundmunition gelagert und kontrolliert durch den Kampfmittelbeseitigungsdienst der Berliner Polizei entschärft.
Aufgrund des Feuers im Berliner Grunewald sind der Regional- und der S-Bahnverkehr in Richtung Westen unterbrochen. Die S-Bahn-Linie S7 fährt von Berlin aus nur noch bis Grunewald, wie ein Bahnsprecher sagte. Beim Regionalverkehr werden demnach die Linien RE1 und RE7 derzeit mit Halt in Charlottenburg über Golm umgeleitet. Die Halte Potsdam Hauptbahnhof und Berlin-Wannsee entfallen. Die Linien RB21 und RB22 sind zwischen Berlin-Wannsee und Berlin-Friedrichstraße unterbrochen. Nach Potsdam gelangen Fahrgäste nach wie vor mit der S1.
Im Fernverkehr ist lediglich die Intercity-Verbindung in Richtung Magdeburg/Hannover/Stendal/Amsterdam betroffen. Die IC-Züge werden derzeit über Spandau umgeleitet. Stopps in Berlin-Wannsee und Potsdam entfallen.
Die Autobahn Avus zwischen Spanischer Allee und Hüttenweg ist in beide Richtungen gesperrt, ebenso der Kronprinzessinnenweg und die Havelchaussee, hieß es von der Berliner Verkehrszentrale.
Die Avus bleibt wegen des Brands im Grunewald voraussichtlich den ganzen Tag über gesperrt. Die Löscharbeiten gestalteten sich schwierig, teilten Polizei und Feuerwehr am Donnerstagmorgen mit. Der Wald brenne weiter unkontrolliert auf rund eineinhalb Hektar, sagte ein Feuerwehrsprecher.
Die Behörden warnten die Bevölkerung über den Brand auf den Warnapps und riefen dazu auf, das Gefahrengebiet zu meiden. Anwohner sollen Fenster und Türen geschlossen halten. Lüftung und Klimaanlagen sollen ausgeschaltet werden.