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| 21:25 Uhr

UPDATE II Durch Funkenflug von Güterzug
Böschungsbrände zwischen Falkenberg und Annaburg gelöscht

 An mehreren Stellen entlang der Zugstrecke Falkenberg- Annaburg hat es am Sonntag gebrannt. Die Löscharbeiten dauerten rund fünf Stunden.
An mehreren Stellen entlang der Zugstrecke Falkenberg- Annaburg hat es am Sonntag gebrannt. Die Löscharbeiten dauerten rund fünf Stunden. FOTO: Dieter Müller
Beyern. Nach rund fünf Stunden ist es den Feuerwehrkräften aus Elbe-Elster gelungen, die Böschungsbrände entlang der Zugstrecke Falkenberg-Annaburg zu löschen. Brandauslöser war laut Deutscher Bahn der Güterzug eines Privatunternehmens. Von Lydia Schauff

Auf etwa sechs Kilometern Länge mussten die Feuerwehren am Sonntag mehrere Brandstellen entlang der Zugstrecke Falkenberg-Annaburg zwischen Beyern bis zur Landesgrenze nach Sachsen-Anhalt löschen. Björn Horn von der Freiwilligen Feuerwehr Herzberg, der vor Ort im Einsatz gewesen ist, geht von etwa acht Brandstellen aus und sagt: „Die Brandschutzstreifen waren frisch gepflegt. Das hat ein Übergreifen des Feuers in den Wald verhindert.“

Hilfreich sei auch gewesen, dass bei den Löscharbeiten auf neu gebohrte Löschbrunnen an der Annaburger zurückgegriffen werden konnte. Die Einrichtung dieser zusätzlichen Brunnen war eine der Brandschutzmaßnahmen in Reaktion auf den verheerenden Waldbrand in der Annaburger Heide im August 2018.

Der Stadtbrandmeister von Falkenberg, Sören Diecke, vermutet, dass der Brand wesentlich verheerender ausgefallen wäre, wenn das Gras entlang der Böschung noch trockener gewesen wäre. Das sagt auch Roland Karthäuser, Kreisbrandmeister vom Landkreis Wittenberg. Auch er geht davon aus, dass das Feuer wesentlich heftiger ausgefallen wäre, wenn mehrere Tage Trockenheit und Hitze vorangegangen wären.

Auch auf der sachsen-anhaltischen Seite waren die Feuerwehren rund fünf Stunden im Einsatz, um entlang der Zugstrecke zu löschen. Wie Roland Karthäuser, Kreisbrandmeister vom Landkreis Wittenberg, sagt, habe die Böschung auf rund einem Kilometer Länge gebrannt. Problmatisch sei zudem gewesen, dass die Brandstellen schwer zugänglich gewesen seien. Damit hatten auch die Brandenburger Feuerwehren zu kämpfen. So mussten sie mit der schweren Technik teilweise über den unwegsamen Brandschutzstreifen manövrieren.

Wald- und Böschungsbrand bei Beyern FOTO: Dieter Müller

Als Ursache für das Feuer entlang der Zugstrecke hatten die Brandenburger Feuerwehrleute einen heißgelaufenen Zug vermutet. Das bestätigt ein Bahnsprecher auf RUNDSCHAU-Nachfrage. Demnach habe der Funkenflug einer festgefahrenen Bremse eines Güterzugs von einem privaten Unternehmen die Böschungsbrände ausgelöst. Während der Löscharbeiten war die Strecke zeitweise für den Zugverkehr komplett gesperrt. Die Deutsche Bahn setzte ersatzweise Busse ein.

Brände nahe und in der Annaburger Heide sind auch deshalb besonders heikel, weil dort etliche Flächen militärisches Sperrgebiet sind. Dass dort befindliche Bundeswehr-Übungsgelände ist stark munitionsbelastet. Munitionsbelastung ist auch ein großes Risiko in der Lieberoser Heide. Dort brannte es im September 2018 tagelang auf rund 200 Hektar Fläche.