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| 09:50 Uhr

Hitzewelle und Urlaub lassen Konserven schwinden
Blutspender auch in der Lausitz dringend gesucht

Blutspenden werden besonders im Sommer dringend gebraucht. Die andauernde Hitzewelle lässt die Spendenbereitschaft sinken.
Blutspenden werden besonders im Sommer dringend gebraucht. Die andauernde Hitzewelle lässt die Spendenbereitschaft sinken. FOTO: dpa / Bernd Wüstneck
Berlin/Cottbus/Hoyerswerda. Dauerhitze und Urlaubszeit sorgen für sinkende Spenderzahlen, auch in Brandenburg und Sachsen. Dabei werden Blutkonserven dringend benötigt.

„Das sind wirklich kleine Helden, die an diesen heißen Tagen zu uns kommen – vielen Dank dafür“, sagt Norbert Nowakowski, Sprecher beim DRK-Blutspendeinstitut in Cottbus. Während der laufenden Hitzewelle würde die Zahl der Spender deutlich abnehmen, fügt er hinzu. Etwa 20 Prozent weniger als sonst kämen. Noch reiche die Zahl der Blutkonserven aus. Damit das so bleibe, biete man derzeit auch mehr Sondertermine an den Wochenenden an, fügt er hinzu. Dass weniger Spender als sonst kommen, registriert auch Manuela Dietrich vom Haema-Blutspendedienst in Hoyerswerda. Das sei in der Urlaubszeit immer so. Aber die Hitze lasse die Spendenbereitschaft zusätzlich sinken.

Die Berliner Charité und andere Anbieter – auch in der Lausitz – versuchen oft mit Anreizen für Spender, der Hitzewelle und Urlaubszeit zu trotzen. Denn gerade in der heißen Jahreszeit bleiben viele Spender fern. „Wir haben etwa 40 Blutspender am Tag. Dabei bräuchten wir für die Versorgung unserer Patienten etwa drei Mal so viele“, berichtete die Ärztin Yvonne Tauchmann vom Institut für Transfusionsmedizin der Charité.

Weil das Blut nicht ausreiche, müsse die Charité Konserven hinzukaufen – von den Blutspendediensten des Deutschen Roten Kreuzes. Aber auch dort herrscht mitunter Ebbe auf den Spenderliegen. „Wir rufen Spender mit begehrten Blutgruppen teilweise an oder laden sie schriftlich ein“, sagte Susanne von Rabenau, Referentin des DRK-Blutspendedienstes Nord-Ost. Kaum gedeckt ist derzeit der Bedarf an Blut der Gruppen 0+ und 0-. Sehr gering seien auch die Vorräte an roten Blutkörperchen, die vor allem für Patienten mit starkem Blutverlust benötigt werden, sagte von Rabenau.

Vielen Menschen macht die Hitze zu schaffen. Manche fürchten, durch eine Blutspende Kreislaufprobleme zu bekommen. Doch auch bei Hitze spreche bei gesunden Menschen nichts gegen eine Spende, erklärte von Rabenau. „Man muss nur darauf achten, genug zu essen und zu trinken“, so die Referentin. Außerdem solle man im Anschluss auf Sport verzichten und direkte Sonne vermeiden. Dann dürfte es auch keine Kreislaufprobleme geben.

Reichten die Blutvorräte normalerweise für drei bis vier Tage, sei es momentan nur ein halber Tag. „Es ist aber noch nicht so, dass wir eine Notfallmeldung herausgeben müssen“, sagt von Rabenau. Die Patientenversorgung sei noch gesichert.

Das DRK ist der größte Blutspendensammler mit einem Anteil von etwa 70 Prozent des Blutes. Statt Aufwandsentschädigungen bietet es Spendern Snacks, Getränke oder auch kleine Geschenke. Momentan sind es Einkaufstaschen.

Mit Eis, Getränken, Aufwandsentschädigungen, großzügigen Öffnungszeiten, klimatisierten Räumen, Gewinnspielen und anderen Aktionen versucht auch der private Anbieter Haema, dem Spenderrückgang Herr zu werden. „Aufgrund der Ferienzeit und dem anhaltend sehr schönen und sehr warmen Wetter haben wir in der Tat einen Rückgang von rund 20 Prozent der Vollblutspenden zu verzeichnen“, berichtete Sprecher Jan Noack.

(uf/dpa)