ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
| 12:14 Uhr

Studie
Bildungsmonitor: Sachsen ist Spitze, Brandenburg rutscht weiter ab

Sachsen ist Klassenbester, Brandenburg eher das Gegenteil – sagt der Bildungsmonitor 2018.
Sachsen ist Klassenbester, Brandenburg eher das Gegenteil – sagt der Bildungsmonitor 2018. FOTO: dpa / Sebastian Gollnow
Berlin/Potsdam. Der Bildungsmonitor zeigt, wie es um die Schullandschaft in Deutschland steht. Sachsen ist auf Platz ein, Brandenburger nur noch auf 14.

Das Bildungssystem in Brandenburg hat sich nach einer Vergleichsstudie im Wettbewerb mit den anderen Bundesländern gegenüber dem Vorjahr wieder verschlechtert. Nach Platz zwölf im vergangenen Jahr rutschte Brandenburg im „Bildungsmonitor 2018“ des arbeitgebernahen Instituts der deutschen Wirtschaft (IW) mit 43,7 Punkten auf Platz 14 direkt hinter Berlin. Im Vorjahr hatte Brandenburg noch 47,4 Punkte erreicht.

Sachsen hingegen ist beim Bildungsmonitor zum 13. Mal in Folge auf Platz 1 gelandet. Im Vergleich zum Vorjahr konnte sich der Freistaat sogar leicht verbessern, teilte das Kultusministerium am Mittwoch in Dresden mit.

Im aktuellen Bildungsmonitor beziehen sich die Forscher auf Zahlen aus den Jahren 2015 und 2016. Als Stärken Brandenburgs listeten die Forscher unter anderem auf, dass fast alle Berufsschüler (93,4 Prozent) Fremdsprachen lernten und nur wenige Brandenburger Schüler bei Vergleichstest lediglich geringe Kompetenzen zeigten.

Dagegen monieren die Forscher, dass der Zusammenhang zwischen sozialer Herkunft und Erfolg in der Bildung in Brandenburg relativ eng und die Quote der Schulabbrecher unter ausländischen Jugendlichen hoch sei. Der Anteil der Schulabgänger ohne Abschluss sei mit 7,3 Prozent deutlich höher als im Bundesdurchschnitt (5,7 Prozent). Auch lerne mit 50,3 Prozent nur etwa jeder zweite Grundschüler eine Fremdsprache, während die im Bundesdurchschnitt 67,0 Prozent seien. Als unterdurchschnittlich bewerteten die Forscher auch die Ausstattung der Schulen mit digitaler Technik.

Sachsen schneidet fast überall sehr gut ab. Besondere Stärken werden dem Freistaat bei den Kategorien Förderinfrastruktur und der Vermeidung von Bildungsarmut (jeweils Platz 1) zugestanden. Schwächen zeigt Sachsen dagegen beim erstmals erfassten Bereich Digitalisierung. Auf Kritik stieß auch die unausgewogene Altersstruktur der Lehrer. Im Schuljahr 2015/16 waren 36 Prozent der Lehrer älter als 55 Jahre.

Sachsens Kultusminister Christian Piwarz (CDU) lobte die Lehrerinnen und Lehrer. Dieser erneute Erfolge wäre ohne ihre sehr gute Arbeit nicht denkbar gewesen. „Aber die aufgezeigten Schwächen im Bereich Digitalisierung sind berechtigt. Da müssen wir besser werden.“ Sachsen sei in der Medienbildung zwar konzeptionell gut vorbereitet. Defizite gebe es jedoch in der digitalen Infrastruktur. Sachsens Schulen brauchten einen digitalen Schub.

(dpa/bob)