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| 19:39 Uhr

Unterrichtsausfall kein großes Problem in der Lausitz
Bildungsministerium macht Ranking zum Stundenausfall

FOTO: LR / Elisabeth Wrobel
Cottbus. Das Thema ist immer wieder ein Aufreger, die Spanne im Land groß: In Brandenburg gibt es Schulen, da fällt keine einzige Unterrichtsstunde aus. Und es gibt Schulen, die stehen mit 4680 Ausfallstunden in der Statistik. Der Schulamtsbereich Cottbus hält sich gut – die Region liegt bei den Ausfallzeiten unter dem Landesdurchschnitt. Von Sybille von Danckelman

Rein statistisch unterrichtet in Brandenburg ein Lehrer 14,4 Schüler, sind im Schuljahr 2017/18 insgesamt 300 047 Stunden ausgefallen und gibt es aktuell keinen Bedarf, zusätzliche Lehrer einzustellen. Das teilt das Bildungsministerium auf die Anfrage der fraktionslosen Landtagsabgeordneten Iris Schülzke aus Elbe-Elster mit. Das Bildungsministerium hat als Antwort zu Unterrichtsausfall und Vertretungen eine Fleißarbeit hingelegt und eine Statistik erstellt, in der jede öffentliche allgemeinbildende Schule mit ihren ersatzlos ausgefallenen Stunden im Schuljahr 2017/18 aufgelistet ist.

Eine Einrichtung aus dem Oberspreewald-Lausitz-Kreis fällt positiv auf: die Lindengrundschule Missen. An der Schule lernen etwa 150 Grundschüler und unterrichten zehn Lehrer. Ganze neun Stunden sind dort im vergangenen Schuljahr ausgefallen – das sind 0,1 Prozent vom Stundensoll. So die nackten, positiv hervorstechenden Zahlen. Schulleiterin Petra Pietrus „schiebt“ sie auf Glück: „Wir haben stabile Kollegen, keinen hohen Krankenstand und fühlen uns alle auf dem Lande auch wohl“, sagt sie. Das Vertretungs-Budget könne gut genutzt werden. Es gäbe keine Probleme, die Bewerberliste mit kompetenten Leuten zu füllen. Ehemalige Kollegen würden aushelfen, sagt Pietrus. Von Vorteil sei auch das Ganztagsangebot, so könnten auch Horterzieher im Krankheitsfall kurzfristig aushelfen – ohne große Anfahrtswege und komplizierte Zeitplanung.

Die Erläuterungen der Schulleiterin machen deutlich, was auch Gerald Boese, der Leiter des Staatlichen Schulamtes Cottbus, betont: Die Zahlen bräuchten schon noch eine Kommentierung. Zum einen müsse man beim Stundenausfall immer die Größe einer Schule und die Anzahl der Pflichtstunden in Relation setzen. Je mehr Unterricht an einer Einrichtung gehalten werde, desto mehr könne natürlich auch ausfallen. Deshalb sei nicht die absolute Zahl, sondern die prozentuale Quote aussagekräftiger.

Grundschulen müssten in der Regel besser dastehen, so Boese, da dort beispielsweise keine Prüfungs- und Klausurzeiten anfallen, für die Unterricht umorganisiert werden müsse. Auch die Vertretungslisten seien regional unterschiedlich, manche Schulen hätten Schwierigkeiten, in ihrem Umfeld Bewerber dafür zu finden. Und letztlich habe es niemand in der Hand, wenn eine Schule etwa durch eine Grippewelle kurzfristig viele kranke Lehrer ersetzen muss. Laut Ministerium machen Erkrankungen von Lehrkräften 68,8 Prozent des gesamten Vertretungsbedarfs aus.

Der Süden des Landes kommt beim Thema übrigens ganz gut weg: 300 047 ausgefallene Schulstunden ergeben landesweit eine Ausfallquote von 2,3 Prozent vom Stundensoll. Die Landkreise Dahme-Spreewald, Elbe-Elster und Oberspreewald-Lausitz stehen mit einer Eins vor dem Komma deutlich besser da als der Landesdurchschnitt. Auch Cottbus und Spree-Neiße liegen knapp unterm Schnitt.

Statistik unter: https://www.parlamentsdokumentation.brandenburg.de/starweb/LBB/ELVIS/parladoku/w6/drs/ab_10700/10740.pdf