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Bildung
Bildungsausschuss übtKritik an Quereinsteigern

Potsdam. Experten der Universität Potsdam sowie von Lehrerverbänden haben davor gewarnt, die Ausbildung für Lehrerinnen und Lehrer aufgrund des Pädagogenmangels in Brandenburg weiter zu vereinfachen. Bei einer Anhörung am Donnerstag im Bildungsausschuss des Potsdamer Landtags sagte der Potsdamer Professor für Fachdidaktik der Mathematik, Ulrich Kortenkamp, man müsse sehen, mehr Lehrer an die Schule zu bekommen. „Wir müssen aber auch darauf achten, dass sie das können, was man können muss, wenn man an die Schule geht.“ Von Benjamin Lassiwe

Der Ausschuss beriet am Donnerstag über eine geplante Änderung des Brandenburger Lehrerbildungsgesetzes. Damit soll unter anderem etwa das Referendariat von 18 auf zwölf Monate verkürzt werden. Zudem soll es einen Zugang zu einem Master-Abschluss für Studenten geben, die einen bislang nicht für den Lehrerberuf qualifizierenden Bachelor erworben haben.

Der Direktor des Zentrums für Lehrerbildung, Andreas Borwoski, machte in der Anhörung jedoch unmissverständlich deutlich, dass in solchen Fällen zahlreiche Studienleistungen nachgeholt werden müssten. Deswegen seien die Vorschläge der Politik nicht umsetzbar.

Deutlich mehr Studienplätze an der Universität Potsdam forderte Alexander Lipp, Mitglied im Vorstand des Brandenburger Pädagogenverbands: „Es ist dringend nötig, die Kapazitäten der Uni Potsdam zu erhöhen“, sagte Lipp. „Und das sofort.“ In den kommenden Jahren werde es in Brandenburg einen deutlich höheren Lehrerbedarf geben. Dafür könne man in der Zeit fachlich voll qualifizierte Pädagogen ausbilden. „Heute werden Meisterinnen für Floristik als Kunstlehrerinnen eingestellt, weil wir keine Kunstlehrer mehr ausbilden“, kritisierte Lipp die gängige Praxis gegen den Pädagogenmangel.