Die Industrie- und Handelskammer (IHK) Potsdam warnt vor gefälschten Rechnungen und Mahnungen im Zusammenhang mit angeblich bestellten Corona-Tests. Unternehmen und sogar Behörden hätten Forderungen von einer vermeintlichen Firma aus Moers erhalten. Laut IHK Potsdam verweisen die Zahlungsaufforderungen auf eine nicht existente vorangegangene Rechnung aus dem Sommer.
In diesem Zusammenhang werde der Eindruck erweckt, es seien Corona-Tests bestellt worden und die Zahlung stünde noch aus. Offenbar heißt es in den gefälschten Mahnungen: „Nach mehreren Zahlungserinnerungen konnten wir zu folgender Rechnung noch immer keinen Zahlungseingang feststellen“. Die Empfänger werden „letztmalig“ erinnert, den geforderten Betrag von über 4000 Euro binnen einer Woche zu überweisen. Andernfalls werde man den Fall einem Inkassounternehmen übergeben.
Die betrügerischen Schreiben würden postalisch, aber auch per E-Mail versendet. Charakteristisch seien folgende Merkmale: Die Rechnung verweise auf eine Website, die identisch mit der einer tatsächlich existierenden Firma in Moers erscheint, jedoch auf .eu und nicht .de ende, sowie auf eine Telefonnummer, die sich nur in einer Ziffer von jener des Unternehmens aus Moers unterscheide. Deshalb sei die Fälschung sehr schwer zu erkennen.

IHK befürchtet „große Dunkelziffer“

Der Pressesprecher der IHK, Detlef Gottschling geht daher von einer „großen Dunkelziffer“ auch in Brandenburg aus. Es sei nicht auszuschließen, dass viele Unternehmen die vermeintlichen Schulden beglichen hätten. Mit Hinblick auf die Betrüger befürchtet er: „Die reiben sich die Hände.“ Besonders perfide findet er es, dass sie sich an der durch die Corona-Krise bedingten für alle schwierigen Lage bereichern wollen.
Die Betrüger hatten keine Scheu, die gefälschten Rechnungen auch an verschiedene regionale IHKs zu schicken, könnte ihnen nun einige Einnahmen kosten. „Wir sind darauf aufmerksam geworden, weil der Deutsche Industrie- und Handelskammertag (DIHK), das ist unser Dachverband, von verschiedenen IHKs Meldungen bekommen hat“, sagt Gottschling.

Hotels und Apotheken sind auch betroffen

Auch Apotheken und Hotels seien laut Gottschling betroffen – Branchen, die besonders auf Corona-Tests angewiesen waren. Wahrscheinlich hofften die Täter darauf, dass Unternehmen, die tatsächlich Tests bestellt hatten, die Fake-Rechnung nicht hinterfragen.
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Cottbus/Frankfurt (Oder)

Detlef Gottschling rät Unternehmen jedenfalls, Forderungen genau zu prüfen: „Bei Rechnungen genau gucken, was Sie da auf den Tisch bekommen und nichts einfach durchrutschen lassen.“ Gerade bei großen Firmen mit vielen Transaktionen könne das auch bei vierstelligen Summen leicht passieren. Außerdem empfiehlt Gottschling unbedingt Anzeige bei der Polizei zu erstatten.
Betroffene Firmen können sich dazu auch per E-Mail an die IHK Potsdam unter recht@ihk-potsdam.de wenden.