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| 05:54 Uhr

Energiekommissar Maroš Šefčovič in der Lausitz
Lausitz zeigt ihr exzellentes Energie-Potenzial

EU-Kommissar Maroš Šefcovicuf der Aussichtsplattform des Kraftwerks Jänschwalde
EU-Kommissar Maroš Šefcovicuf der Aussichtsplattform des Kraftwerks Jänschwalde FOTO: LR / Jan Siegel
Jänschwalde. Die Lausitz will die EU und ihre Fördertöpfe für den Strukturwandel ins Boot holen. Deshalb ist der EU-Energiekommissar am Mittwoch zum Besuch und Umschauen ins Kraftwerk Jänschwalde, zur BTU und auf den Lausitzring gelotst worden. Von Jan Siegel

Der Energiekommissar und Vizepräsident der EU-Kommission Maroš Šefčovič hat nach seinen Gesprächen mit Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU) in Berlin am Mittwoch einen Abstecher nach Südbrandenburg gemacht. Ministerpräsident Dietmar Woidke (SPD) hatte den einflussreichen Europapolitiker eingeladen. Šefčovič sollte vor allem ein Gefühl bekommen für die Kohleregion, die mit dem Ausstieg Deutschlands aus der Braunkohleverstromung vor einem durchgreifenden wirtschaftlichen Wandel steht.

Im Kraftwerk Jänschwalde, an der Brandenburgischen Technischen Universität Cottbus-Senftenberg (BTU) und auf dem Lausitzring erlebte der Energiekommissar, welche Energie und welches ökonomische Potenzial in der Lausitz stecken. Šefčovič war wichtig: Schließlich gibt es in Europa in sieben Mitgliedsstaaten insgesamt 41 Kohleregionen, die auf mittlere Sicht vor einem Strukturwandel stehen.

Maroš Šefcovic und BTU-Professor Harald Schwarz  (v.l.) im Gespräch in einem Speicherraum zu Forschungszwecken an der BTU.
Maroš Šefcovic und BTU-Professor Harald Schwarz (v.l.) im Gespräch in einem Speicherraum zu Forschungszwecken an der BTU. FOTO: LR / Jan Siegel

Šefčovič war dann auch sichtlich beeindruckt von dem Know-how, das noch immer in einem Großkraftwerk wie Jänschwalde steckt. Das infrastrukturell voll ausgebaute Industriegebiet unweit der Fischerstadt Peitz (Spree-Neiße) soll auch nach dem Ende der Braunkohleverstromung ein wichtiger Industriestandort bleiben und den Kern bilden für neue wirtschaftliche Aktivitäten in der Region.

Dem EU-Kommissar, der eine Schlüsselposition beim Aufbau eines eigenen, starken Energie- und Speichermarktes in Europa einnimmt, wurde schon beim Besuch der BTU deutlich, welch exzellentes fachliches Potenzial in der Region ruht.

In Zusammenarbeit mit den Kraftwerksexperten zeigten Professoren des Energie- und Speicher-Lehrstuhls der Lausitzer Universität, an welchen zukunftsweisenden Projekten in Sachen Energie sie arbeiten. Ob Energieerzeugung, Speicher, Mobilität oder Vernetzung: Die BTU-Professoren und ihre Mitarbeiter arbeiten weltweit an Spitzenprojekten mit. Und das sich EU-Kommissar Šefčovič Bescheid weiß auf seinem Arbeitsfeld, zeigte am Mittwoch ein Fachdialog mit Professor Harald Schwarz, der sich mit der Steuerung und Regelung der Stromnetze der Zukunft beschäftigt. Wenn es nämlich um die intelligente Vernetzung von Speichern (Batterien) beispielsweise in Elektroautos, Solaranlagen von Einfamilienhäusern etc. geht, fehlen bisher fast alle Standards. Eine großflächige Vernetzung von Speicherkapazitäten würde damit zum Hürdenlauf.