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Berliner Projekt gegen Missbrauch von Kindern läuft weiter

Berlin. Das Projekt "Kein Täter werden" zur Hilfe für Pädophile an der Berliner Charité kann zumindest ein Jahr fortgesetzt werden. Wenn die Bundesförderung zum Jahreswechsel auslaufe, übernehme erst einmal das Land die Finanzierung, sagte Justizsenator Thomas Heilmann (CDU) am Dienstag. dpa/bf

Berlin zahlt für zwölf Monate rund 570 000 Euro - davon 350 000 Euro für Behandlungen und 220 000 Euro für Forschung.

Das seit dem Jahr 2005 laufende Projekt wendet sich an Männer, die sich sexuell zu Kindern hingezogen fühlen. Schätzungen zufolge hätten ein Prozent aller Männer solche pädophilen Neigungen, sagte Psychiater Stefan Siegel. Heilbar seien sie nicht. In der Therapie lernen die Betroffenen, ihre Neigung zu kontrollieren, ohne Kinder zu gefährden. Es gehe um einen verantwortungsvollen Umgang mit der eigenen Sexualität. Projektziel ist es, Übergriffe zu verhindern. Bisher haben sich laut Siegel rund 2400 Betroffene an die Therapeuten gewandt. Mehr als 500 Männer begannen eine kostenlose Therapie.

Anfangs eher misstrauisch beobachtet, gilt das Konzept von "Kein Täter werden" inzwischen als Erfolg. Bundesweit haben zehn weitere Städte die Idee übernommen. Auch sie werden von ihren Bundesländern finanziell unterstützt.