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Berliner Babyboom überlastet Geburtskliniken

Berlin. Der kleine Babyboom in der Hauptstadt stellt einige Berliner Kliniken vor größere Herausforderungen. "Im Juli musste die Anfahrt zu den Kreißsälen des Klinikums im Friedrichshain wegen des Andrangs an 15 von 31 Tagen eingeschränkt werden", sagt Kristina Tschenett, Sprecherin des kommunalen Klinikkonzerns Vivantes. dpa/pb

"Wir bitten dann bei der Feuerwehr darum, nicht mehr von Rettungswagen mit Gebärenden angefahren zu werden."

Natürlich bleibe kein Notfall unversorgt, betonte Tschenett. Aber wenn noch genug Zeit bis zur Geburt bleibt, organisiert das Krankenhaus die Niederkunft in einer anderen Berliner Klinik mit. Aber auch das werde zunehmend schwieriger, ergänzte die Sprecherin.

In den Vivantes-Geburtskliniken kommt rund jedes dritte Berliner Kind zur Welt. 2016 waren es 12 602 -und damit rund 500 mehr als im Vorjahr. Zum Halbjahr wird die Anzahl der Niederkünfte bei Vivantes nicht erhoben.

An der Charité gab es zwischen Januar und Juli 2655 Geburten, bei denen 2752 Babys das Licht der Welt erblickten. Auch dort wird es manchmal richtig voll. "Durch unsere zwei Standorte der Geburtsmedizin können wir Engpässe aber in vielen Fällen gut kompensieren", sagte eine Sprecherin. 2016 wurden in der Charité 5441 Babys geboren.

"Es werden eindeutig mehr Geburten, auch, weil Berlin eine wachsende Stadt ist", ergänzt Vivantes-Sprecherin Tschenett. Am Klinikum im Friedrichshain, das nah an Berlins östlichen Szene-Bezirken mit vielen jungen Paaren liegt, gab es seit dem Wendejahr 1989 nicht mehr so viele Niederkünfte. "Wir haben bereits einen zusätzlichen Behandlungsraum eingerichtet", berichtet Tschenett.

In Berlin gibt es 16 Geburtskliniken. Schwangere können ein Wunschkrankenhaus angeben, doch eine Garantie für die Niederkunft dort gibt es nicht. Nach einer Umfrage der Krankenkassen AOK, Barmer und der Bertelsmann-Stiftung unter rund 15 600 Müttern würden 80 Prozent nach der Entbindung die jeweilige Klinik ihrer besten Freundin weiterempfehlen. Das liegt unter dem Bundesdurchschnitt von 83 Prozent. Die höchste Zufriedenheit gab es nach dieser Erhebung mit Ärzten und Hebammen (jeweils 84 Prozent), die niedrigste mit Organisation und Service (77 Prozent).