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| 02:39 Uhr

Berlin bereitet sich auf den 1. Mai vor

Berlins Innensenator Andreas Geisel (SPD)
Berlins Innensenator Andreas Geisel (SPD) FOTO: dpa
Berlin. Am 1. Mai 1987 entlud sich die aggressive Stimmung in Kreuzberg bei einem Straßenfest und eskalierte in einer Straßenschlacht. Andreas Rabenstein

In den 90er-Jahren gab es heftige Krawalle. Zuletzt ging die Gewalt zurück. In diesem Jahr ist die Lage unübersichtlich. Die Berliner Polizei will die übliche linksradikale Demonstration am 1. Mai mitten in Kreuzberg tolerieren, obwohl die Veranstalter eine Anmeldung verweigern. Über die genaue Strecke durch das "Myfest" oder daran vorbei wird kurzfristig entschieden.

Demonstrationen: Zahlreiche Kundgebungen und Demons trationen sind für den 30. April und 1. Mai angekündigt. Brisant sind nur einige: Am Sonntag (16 Uhr) ziehen linke Gruppen durch den Wedding. Angemeldet sind 2000 Teilnehmer. Die Polizei geht zwar von aggressiver Stimmung, aber kaum Gewaltausbrüchen aus.

Am Nachmittag des 1. Mai (16 Uhr) beginnt eine erste linksradikale Demonstration nahe dem Görlitzer Park. Die Veranstalter und die Polizei streiten sich noch um den Startpunkt: am Lausitzer Platz oder am Spreewaldplatz. Angemeldet sind 2000 Teilnehmer. Erwartet wird, dass die meisten von ihnen am Abend zu der traditionellen 18-Uhr-Demonstration stoßen. Diese Demo, an deren Ende es jedes Jahr zu mehr oder weniger heftigen Angriffen auf die Polizei kommt, wurde nicht angemeldet. Die Veranstalter wollen vom Oranienplatz aus durch das Straßenfest "Myfest" nach Neukölln laufen.

Feste: Im Mauerpark feiern in der Walpurgisnacht zehntausend Menschen. Früher gab es hier heftige Krawalle. Die Polizei geht jetzt von einem friedlichen Verlauf aus. Am Nachmittag des 1. Mai will die AfD im Bürgerpark Pankow ein Familienfest feiern. Linke Gruppen wollen dagegen protestieren. Das "Myfest" in Kreuzberg wird am 1. Mai ab mittags von Zehntausenden Menschen besucht.

Einsatzkonzept der Polizei: Für die Polizei ist die 18 Uhr-Demonstration eine Herausforderung. Innensenator Andreas Geisel (SPD) kündigte an: "Wir setzen auch in diesem Jahr wieder auf die bewährte Doppelstrategie: Kommunikation, so lange es friedlich bleibt, und hartes Durchgreifen gegen Gewalttäter." Trotz verweigerter Anmeldung sieht die Polizei keinen Grund für ein Verbot. "Die Polizei ist Garant der Versammlungsfreiheit in unserem Land", so Geisel.

Auch Polizeipräsident Klaus Kandt und Einsatzleiter Siegfried-Peter Wulff betonten die Bedeutung des Demonstrationsrechts. Entscheidend sei die Sicherheit auf dem Straßenfest "Myfest". Die Polizei ist mit insgesamt 5500 bis 6000 Polizisten im Einsatz. Terrorabwehr: Mit einer Reihe von Maßnahmen will die Polizei in Kreuzberg das Risiko für terroristische Anschläge wie im Dezember auf dem Weihnachtsmarkt senken. Neben dem allgemeinen Fahrverbot für große Lastwagen an Feiertagen gilt in einer weiten Umgebung des "Myfestes" ein Verbot für kleinere Laster.