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| 07:57 Uhr

Heftige Grippesaison 2017/2018 hat Eindruck hinterlassen
Bereitschaft der Brandenburger für Grippe-Impfung gestiegen

Jetzt ist die beste Zeit, um sich gegen Grippe impfen zu lassen. Die Bereitschaft dafür ist bei den Brandenburgern gestiegen. Die heftige zurückliegende Grippesaison hat Eindruck hinterlassen.
Jetzt ist die beste Zeit, um sich gegen Grippe impfen zu lassen. Die Bereitschaft dafür ist bei den Brandenburgern gestiegen. Die heftige zurückliegende Grippesaison hat Eindruck hinterlassen. FOTO: dpa / Fredrik von Erichsen
Potsdam. In der vergangenen Grippesaison sind Tausende Brandenburger an Grippe erkrankt, und es gab einige Todesfälle. Hausärzte in Brandenburg bemerken jetzt einen Effekt.

In Brandenburg steigt aus Ärztesicht die Bereitschaft, sich gegen Grippe impfen zu lassen. Viele Menschen seien gut informiert und die Akzeptanz sei noch einmal größer geworden, sagte die Vorsitzende des Hausärzteverbandes Brandenburg, Karin Harre, auf Anfrage. Ein Grund dafür seien die hohen Krankheitszahlen in der vergangenen Grippeperiode gewesen. Viele Brandenburger hätten Erfahrungen mit Grippefällen in ihrem Umfeld gemacht, ergänzte Harre.

Von Beginn der Grippezeit im Oktober 2017 an bis Mitte April 2018 hatte es mit insgesamt 10 116 gemeldeten Fällen eine der schlimmsten Grippewellen im Land gegeben. 17 Menschen starben an der Infektionskrankheit. Die Zahl der nicht erfassten Krankheits- und Todesfälle durch das Influenza-Virus gilt aber als sehr hoch.

Sachsen hat es noch heftiger erwischt

In Sachsen hat die Grippe in der vergangenen Saison besonders heftig zugeschlagen. 168 Tote und 47 704 gemeldete Erkrankungen waren die Bilanz der vergangenen Grippesaison, die schlimmste und längste in Sachsen seit 2001. Das Gesundheitsministerium in Dresden ging nach dem Ende der Influenza-Saison zudem von einer noch höheren Dunkelziffer aus, da nicht jeder Erkrankte den Arzt aufsucht und nicht in jedem Fall eine Laboruntersuchung veranlasst wird.

Auf dem Höhepunkt der Epidemie wurden pro Woche je zwischen 4200 und maximal 7400 Fälle registriert. „Es erkrankten hauptsächlich Menschen, die keinen Impfschutz hatten“, sagte damals Gesundheitsministerin Barbara Klepsch (CDU). Allerdings wurde der Impfstatus nur in der Hälfte der Fälle übermittelt.

In der im Oktober 2017 begonnenen Grippesaison dominierten nach Angaben des Ministeriums wie bundesweit zu 76 Prozent Influenza B-Viren. Sie waren zu 99 Prozent der Yamagata-Linie zuzuordnen, einem Virusstamm, der nur im Vierfach-Impfstoff enthalten war. Die sehr ausgeprägte Influenza-B-Welle sei noch durch eine Influenza-A-Welle verstärkt worden.

Vierfachimpfstoff ist jetzt Standard

Oktober und November gelten als besonders empfehlenswerter Zeitraum für die Grippeschutzimpfung. Erfahrungsgemäß werden dann im ersten Quartal eines Jahres die meisten Fälle gezählt. Nach Angaben des Gesundheitsministeriums in Potsdam war mit Stand Donnerstag noch kein Influenza-Fall gemeldet worden.

Ende September hatte die brandenburgische Gesundheitsministerin Susanna Karawanskij (Linke) zur Grippeschutzimpfung aufgerufen. Die Ständige Impfkommission empfiehlt die Impfung unter anderem Menschen ab 60 Jahren, Schwangeren, chronisch Kranken sowie medizinischem Personal.

Jetzt steht für die Impfung auch der wesentlich effektivere Vierfachimpfstoff zur Verfügung. Die Kosten dafür werden von den Krankenkassen übernommen. Das hatte der Gemeinsame Bundesausschuss - oberstes Beschlussgremium der gemeinsamen Selbstverwaltung der Ärzte, Zahnärzte, Psychotherapeuten, Krankenhäuser und Krankenkassen in Deutschland - im April beschlossen. In der vergangenen Grippesaison zahlte die Kasse nur den weniger wirksamen Dreifachimpfstoff, was für Diskussionen sorgte.

Eine Sprecherin des Robert-Koch-Instituts sagte damals: „Mehr als die Hälfte der bisher nachgewiesenen Influenza-Fälle wurde durch Influenza-B-Viren der Yamagata-Linie verursacht, die nicht in dem Dreierimpfstoff enthalten sind. Im Vierfachimpfstoff gibt es eine solche Komponente.

(dpa/ots/lsc)