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BER-Chef noch immer ohne vollen Überblick

Potsdam. Auch mehr als zwei Monate nach seinem Amtsantritt hat der neue Chef der Berliner Flughafengesellschaft, Engelbert Lütke-Daldrup, noch keinen vollständigen Überblick über die BER-Baustelle. Angaben zur Fertigstellung könne er erst liefern, "wenn ich mir über die Baustelle ein finales Urteil bilden kann", sagte Lütke-Daldrup am Dienstag im Sonderausschuss BER des Potsdamer Landtags. Benjamin Lassiwe

Aus seiner Sicht sei es aber "eine Last und eine Gunst", nicht nach einem vor drei Jahren erarbeiteten Terminplan arbeiten zu müssen. "Wir brauchen klare Verabredungen mit den Baufirmen, um einen belastbaren Termin zu nennen." Wie Lütke-Daldrup vor den Abgeordneten erklärte, sei das "Restbausoll ziemlich genau beschrieben." Es gebe nur noch wenige offene Fragen, etwa wie stark die Sprinkleranlage, die sich im Januar als Problem herausgestellt hatte, nachgerüstet werden müsse. "Die Schlusstests werden aber erst dann laufen können, wenn die technische Inbetriebnahme abgeschlossen ist."

Relativ entspannt gab sich am Dienstag der Flughafenkoordinator der Brandenburger Landesregierung und Aufsichtsratsvorsitzende der Flughafengesellschaft, Staatssekretär Rainer Bretschneider. Das in den letzten Tagen debattierte Thema politischer Berater am BER sei aus seiner Sicht "in jeder Hinsicht als nicht aufregend" zu bezeichnen. Die betreffenden Berater erhielten auch kein überraschendes Salär. "Und ich kenne auch keine Überlegungen, die Geschäftsordnung der Flughafengesellschaft so zu ändern, dass bei Bewerbungen auf Ausschreibungen das Parteibuch anzugeben ist."

Doch in diesem Fall schien der Schein der öffentlichen Ausschusssitzung doch zu trüben: Wie die RUNDSCHAU von mehreren SPD-Abgeordneten erfuhr, soll es am Morgen zwischen Bretschneider und den Brandenburger Sozialdemokraten zu einem kleinen Eklat gekommen sein: Nachdem Bretschneider unter anderem zum Thema "Compliance" und seiner Doppelrolle als Aufsichtsratschef und Landesvertreter befragt wurde, soll er vorzeitig die Fraktionssitzung verlassen haben. Zu den Finanzen der Flughafengesellschaft erklärte Lütke-Daldrup, dass die Finanzlage der Flughafengesellschaft Berlin-Brandenburg (FBB) auskömmlich sei. Man habe die Darlehen der Gesellschafter noch nicht einmal angeknabbert.

Wie Bretschneider betonte, habe die FBB ihren Jahresverlust von 141 Millionen Euro im Jahr 2014 auf 103 Millionen Euro im Jahr 2016 reduzieren können. Zudem habe die Gesellschaft ihre Umsatzerlöse um rund 14 Prozent erhöht.