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| 01:04 Uhr

Belzigern bleibt die Spucke weg

Belzig.. Den Belzigern bleibt im Augenblick die Spucke weg. Dabei wollen sie nur etwas tun, was anderswo schon geschehen ist und sogar einer Forderung des Deutschen Städtetages entspricht. Belzig (Potsdam-Mittelmark) will das Spucken auf die Straße verbieten.

Doch das Medien-Echo war so gewaltig, dass Bürgermeister Peter Kiep (SPD) nur noch über sein Sekretariat ausrichten lässt, er sage erst wieder etwas zu dem Thema, wenn die neue Stadtordnung von der Stadtverordnetenversammlung abgesegnet wurde. Die beriet gestern das Thema.
Zumindest zeigt man sich im Ordnungsamt der rund 10 000 Einwohner zählenden Stadt sehr überrascht über das "breite Echo". Aber man ist dort zuversichtlich, dass die neue Stadtordnung angenommen wird, denn den Ordnungsausschuss hat sie bereits passiert.
Belzig - im Südwesten Berlins - ist eine von den sauberen Städten, die auch vom Fremdenverkehr profitieren wollen. Der Kurort ist stolz auf sein Thermalbad, das Rathaus strahlt im Renaissance-Stil. Die historische Altstadt mit ihren Fachwerkhäusern lädt zum Bummeln ein. Reiten, Wandern und Radeln können die Gäste hier auch gut. Und zur Märchenweihnacht wird in diesen Tagen eingeladen.
Und damit es so schön bleibt, soll jeder, der auf die Straße spuckt, künftig 20 Euro Strafe zahlen. Bußgelder von 20 bis 60 Euro werden auch für jene fällig, die ihren Hund auf einem Kinderspielplatz spazieren führen. Auf bestimmten öffentlich Plätzen zu rauchen oder seine Notdurft zu verrichten, kostet demnach dann bis zu 50 Euro. Im Ordnungsamt verweist man darauf, dass der Bußgeldkatalog auch als Warnung verstanden werden soll.
In Köln kostet das Spucken seit April sogar bis zu 35 Euro. Bislang seien aber nur etwa zehn Verstöße geahndet worden, hieß es bei der Stadt. (dpa/mb)