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| 05:32 Uhr

Brennende Haare
Tückische Spinner in Brandenburg unter Beobachtung

 Die Brennhaare der Raupen des Eichenprozessionsspinners können bei Menschen Haut und Atemwege reizen.
Die Brennhaare der Raupen des Eichenprozessionsspinners können bei Menschen Haut und Atemwege reizen. FOTO: dpa / Patrick Pleul
Potsdam. Erstmals seit Jahren wird in dieser Saison der Eichenprozessionsspinner im Brandenburger Wald nicht bekämpft. Trotzdem gibt es keine Entwarnung. In der Prignitz ist ab Mitte Mai eine lokale Bekämpfung in mehreren Kommunen vorgesehen.

Der Kampf gegen den Eichenprozessionsspinner hat sich in Brandenburg ausgezahlt, meint ein Experte. Komplett verschwunden ist der Schädling nicht. Eine Bekämpfung in Brandenburger Wäldern sei in diesem Jahr aber nicht vorgesehen. „Es ist im Moment nicht notwendig“, sagte Michel Kopka vom Landesbetrieb Forst. „Die Bekämpfung in den vergangenen Jahren hat sich ausgezahlt.“ Es bedeute jedoch nicht, dass der Schädling komplett verschwunden sei. Nach seinen Angaben behandeln Städte, Kommunen und Landkreise bei Befall einzelne Bäume oder Baumgruppen in diesem Jahr jetzt eigenständig.

Der Landkreis Prignitz startet beispielsweise am 13. Mai wieder in mehreren Kommunen. Angekündigt wurden Aktionen unter anderem für die Städte Perleberg, Pritzwalk und Ketzin sowie die Ämter Putlitz-Berge und Bad Wilsnack oder die Gemeinden Karstädt und Groß Pankow. Der Einsatz des Mittels Dipel ES/Foray ES vom Boden oder aus der Luft werde koordiniert, teilte der Landkreis mit. Bäume auf 400 Hektar sollen behandelt werden. Die Aktion war bereits früher geplant. Die Trockenheit hatte jedoch den Austrieb verzögert. Drei bis vier Tage sind die Bereiche gesperrt und dürfen nicht betreten werden.

In Potsdam, wo in den vergangenen Jahren intensiv gegen den Schädling vorgegangen war, sei zunächst keine Bekämpfung geplant, sagte eine Stadtsprecherin. „Wir beobachten.“ Bei Befall werden die Raupen maschinell abgesaugt.

Seit 2004 wird in Brandenburg der Eichenprozessionsspinner bekämpft. Die Schmetterlingsraupe schädigt massiv Bäume. Die Brennhaare reizen bei Menschen Haut und Atemwege. Allergische Reaktionen können auftreten.

(dpa)