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| 19:50 Uhr

Brandenburg
„Bankrotterklärung“ bei Waldschulen droht

Bislang waren an den 18 Brandenburger Waldschulen insgesamt 35 Pädagogen beschäftigt. Jetzt droht eine Rotstift-Aktion.
Bislang waren an den 18 Brandenburger Waldschulen insgesamt 35 Pädagogen beschäftigt. Jetzt droht eine Rotstift-Aktion. FOTO: dpa / Patrick Pleul
Potsdam. Die Schutzgemeinschaft Deutscher Wald warnt vor radikalen Kürzungen bei Brandenburger Forstreform. Von Benjamin Lassiwe

Vor radikalen Kürzungen bei Brandenburgs Waldschulen warnt die Schutzgemeinschaft Deutscher Wald (SDW). In einem Positionspapier macht der Naturschutzverband darauf aufmerksam, dass im Rahmen der von Agrarminister Jörg Vogelsänger (SPD) geplanten Forstreform, die von einer Zielzahl von 1023 Stellen für die Forstbehörden ausgeht, nur noch vier Stellen für die Waldpädagogen vorgesehen sind.

Bislang waren an den 18 Brandenburger Waldschulen insgesamt 35 Pädagogen beschäftigt. Künftig sind für deren Arbeit nach Informationen der SDW nur noch vier Planstellen vorgesehen.

„Für die SDW stellt das eine Bankrotterklärung dar“, heißt es in dem Positionspapier, das der RUNDSCHAU vorliegt. Brandenburg sei vor 23 Jahren das erste Bundesland gewesen, das die Waldpädagogik zu einer Dienstaufgabe der Förster erhoben habe.

Zudem würde sich mit einer Aufgabe der Waldschulen auch die Ausbildung zum staatlich geprüften Waldpädagogen an der Hochschule für Nachhaltige Entwicklung in Eberswalde als „Fehlinvestition“ erweisen. Aus Sicht der SDW müsse es deswegen „deutlich mehr als 40 Planstellen für die Waldpädagogen“ geben. Zudem sollten sie in einem selbständigen Organisationsbereich entweder beim Landesamt für Ernährung, Landwirtschaft und Flurneuordnung (LELF) oder beim Landeskompetenzzentrum Forst Eberswalde (LFE) angesiedelt werden.

Auch im Brandenburger Landtag gibt es Sorge wegen der Pläne für die Waldpädagogik. Die Waldschulen müssten erhalten werden, sagte etwa der Großräschener SPD-Landtagsabgeordnete Wolfgang Roick am Rande der jüngsten Landtagssitzung gegenüber der RUNDSCHAU. „Sie sind wichtig für die Bildung von Kinder, die die Natur kennenlernen sollen.“ Er selbst werde an diesem Thema dranbleiben.

Auch der Abgeordnete von Bündnis 90/Die Grünen, Benjamin Raschke, berichtete von Sorgen über die Zukunft der Waldpädagogik, die an ihn herangetragen würden. „Ich erwarte da Aufklärung“, sagte Raschke. Die Grünen würden eher für einen Ausbau der Waldpädagogik eintreten als für Kürzungen in diesem Bereich.