ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
| 22:00 Uhr

Potsdam
Baulärm bedroht Existenz von Filmorchester Babelsberg

Potsdam. Erfolgreichen Filmproduktionen gibt das Filmorches­ter Babelsberg den musikalischen Rahmen. Doch nun steht es vor dem Aus. Das Orchester kann sein Studio nicht mehr dafür nutzen.

  Das traditionsreiche Filmorchester Babelsberg steht vor dem Aus. Wegen Lärms durch Bauarbeiten könne es sein Studio nicht mehr für Tonaufnahmen nutzen, sagte Intendant Klaus-Dieter Beyer am Montag auf Anfrage. Damit fielen Haupteinnahmequellen weg. Zuvor hatte die Online-Ausgabe der „Märkischen Allgemeinen“ berichtet.

Es sei nicht möglich, während der etwa anderthalbjährigen Bauzeit auf andere Studios auszuweichen, sagte Beyer. Das Tonstudio sei mit zwei Millionen Euro Fördermitteln und einer Million Euro Eigenmittel 2007 auf den modernsten Stand der Technik ausgebaut worden.

Nach einer Krisensitzung Mitte Juli setzten sich alle Beteiligten, darunter auch Vertreter der Stadt, am Montag erneut zusammen. Allerdings sei dabei laut Beyer nichts herausgekommen.

 Die Stadt Potsdam hat die Hoffnung für eine Lösung aber nicht aufgegeben. Mit Bedauern habe man von der Ankündigung des Orchester-Intendanten erfahren, keine weiteren Aufträge mehr anzunehmen und Mitarbeiter zu entlassen, teilte der Potsdamer Beigeordnete für Stadtentwicklung, Bauen und Umwelt, Bernd Rubelt, mit. „Wir hoffen, dass damit noch nicht das letzte Wort gesprochen ist.“ Die Hoffnung sei nun, mit allen Beteiligten doch noch einen umsetzbaren Kompromiss zu finden. Auch das Kulturministerium setzt auf weitere Gespräche.

Das Orchester hat einen Etat von 3,5 Millionen Euro. Rund 1,7 Millionen Euro steuert das Land als Förderung bei. Den Rest muss das Ensemble aufbringen – 60 Prozent davon werden über Musikeinspielungen für Filmproduktionen eingenommen, wie Beyer erklärte. Durch den Wegfall dieser Einnahmen sei die Existenz des Filmorchesters Babelsberg nicht mehr zu sichern. Die Folge wäre, dass den 66 Musikern gekündigt werden müsse. Die bis Jahresende geplanten Konzerte liefen.

Das Deutsche Filmorchester Babelsberg entstand 1993 aus einer Fusion des DEFA-Sinfonieorchesters und des Radio Berlin Tanzorchesters. Im Bereich Film und Fernsehen hat das Orchester über 220 Filmmusiken  eingespielt.

(dpa/lsc)