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Bauernverband und Grüne wieder im Dialog

Potsdam. Dass eine Landtagsfraktion und ein großer Interessenverband miteinander im Gespräch sind, ist im politischen Geschäft normal. Dass aber Brandenburgs Grüne und der Landesbauernverband wieder miteinander reden, war beiden am Samstag eine lange, gemeinsame Pressemitteilung wert. iwe1

Denn seit dem von den Grünen unterstützten Volksbegehren gegen Massentierhaltung herrschte so etwas wie Eiszeit zwischen der Umweltpartei und den Bauern. In den sozialen Netzwerken etwa waren gegenseitige Ressentiments nicht die Ausnahme, sondern die Regel. Der Spreewälder Landtagsabgeordnete Benjamin Raschke allerdings bemühte sich, den Gesprächsfaden nie abreißen zu lassen. Am Samstag nun war er mit Fraktionschef Axel Vogel zu Gast auf dem Hof des neuen Vorsitzenden des Bauernverbands, Hendrik Wendorff. Der Biobauer ist, was das Gespräch erleichtert haben dürfte. Und nachdem Wendorff etwa seine 200-köpfige Mutterkuhherde präsentiert hatte, "fand man bemerkenswerter Weise erstaunlich viele gemeinsame Positionen." So teilten es beiden Organisationen mit. Künftig wollen sich die Grünen dafür einsetzen, dass ortsansässige landwirtschaftliche Betriebe einen Vorrang haben, wenn es um den Verkauf von Bodenflächen geht.

Wendorff bat die Politiker zudem, "die Sinnhaftigkeit einer seit einigen Jahren geltenden Auflage der EU-Agrarförderpolitik kritisch zu prüfen." Dass Grünland auf Ackerflächen spätestens alle fünf Jahre umgebrochen werden muss, sei nicht nur für die Landwirte sinnlos, sondern widerspreche auch Interessen des Naturschutzes am Erhalt und der Verbesserung der biologischen Vielfalt. Die Grünen wollen dieses Thema bei ihren Agrarministern ansprechen. Zudem wollten sich beide Seiten für regionale Vermarktung und Wertschöpfung im ländlichen Raum engagieren. Vor allem aber vereinbarte man, den Gesprächsfaden nicht abreißen zu lassen.