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| 17:06 Uhr

Landwirtschaft
Bauernbund befürchtet Benachteiligung von kleinen Betrieben

Agrarflächen dürften nicht zum Spekulationsobjekt verkommen, betonte Ministerpräsident Woidke vor den 150 Teilnehmern der jährlichen Hauptversammlung des Brandenburger Landesbauernbundes.
Agrarflächen dürften nicht zum Spekulationsobjekt verkommen, betonte Ministerpräsident Woidke vor den 150 Teilnehmern der jährlichen Hauptversammlung des Brandenburger Landesbauernbundes. FOTO: Patrick Pleul / dpa
Schönwalde-Glien. EU-Förderung, Wolfsverordnung, aber auch Landverkauf und Umweltschutz: Der Landesbauernbund hat viele Fragen und Forderungen an die Politik. Der Verband setzt sich seit 25 Jahren für bäuerliche Betriebe im Land ein.

Der Brandenburger Landesbauernbund hat in Zusammenhang mit der neuen EU-Agrarförderung ab 2020 vor einer Benachteiligung ortsansässiger Landwirte zum Vorteil von Großbetrieben gewarnt. „Familienbetriebe sind in der Gemeinde aktiv, denken nicht kurzfristig, sondern für die nächsten Generationen“, betonte der Geschäftsführer des Landesbauernbundes, Burkhard Jung, am Montag auf der traditionellen jährlichen Hauptversammlung in Schönwalde-Glien (Havelland).

Bei der EU-Förderung nur den Blick auf die kleinen Höfe zu richten, greife zu kurz, betonte dagegen Ministerpräsident Dietmar Woidke (SPD). Subventionen würden damit aus dem Land abgezogen. Große und kleine Agrar-Betriebe müssten zusammenstehen, damit die „Ost-Landwirtschaft nicht vor die Hunde geht“.

CDU-Fraktionschef Ingo Senftleben sagte, er könne sich vorstellen, dass die ersten Hektar Land künftig besser gefördert werden. „Das ist ein Ansatz, der Zustimmung finden könnte.“

„Wir wollen eine Kappung der EU-Förderungen, damit die bäuerlichen Betriebe gestärkt werden“, verlangte Bauernbund-Geschäftsführer Jung. Es sei nicht hinnehmbar, dass 20 Prozent der Agrarflächen mittlerweile laut Johann Heinrich von Thünen-Institut (Braunschweig) in den Händen von Nicht-Brandenburgern sei.

Agrarflächen dürften nicht zum Spekulationsobjekt verkommen, betonte Ministerpräsident Woidke vor den 150 Teilnehmern der Veranstaltung. Die Bewahrung der Kulturlandschaft könne sonst nicht gelingen. Er sicherte zu, dass in der Landesregierung weiter an der Lösung der Bodenfrage gearbeitet werde. So sei die von Landwirten seit Jahren geforderte Höfeordnung in Arbeit. Diese regelt die Übergabe des Hofes an die nächste Generation, ohne die Wirtschaftlichkeit zu gefährden.

„Egal ob Familienbetrieb oder Genossenschaft, ob ökologische oder konventionelle Landwirtschaft – alles hat seine Berechtigung“, sagte Woidke. „Wer, wenn nicht der Landwirt kann beurteilen, was sich lohnt“, betonte er.

„Der Biber gehört nicht in den Deich und der Wolf nicht auf die Weide“, sprach Axel Vogel, Vorsitzender der Landtagsfraktion von Bündnis 90/Grüne, Sorgen der Landwirte an. Wenn die Wolfsverordnung sich nicht bewähre, müsse nachgesteuert werden, kündigte er an.

Der Bund, der derzeit die Interessen von 450 bäuerlichen Betrieben vertritt, wurde vor 25 Jahren gegründet.

(dpa/fh)