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Forschungsprojekt im Landkreis Ostprignitz-Ruppin
Selbstfahrende Busse auf Brandenburgs Straßen

Ein autonom-fahrender Mini-Bus steht am 25. Oktober 2017 in Bad Birnbach (Bayern) auf einer Straße neben dem Haltestellen-Schild. Erstmals wird in Deutschland ein autonom-fahrender Bus im öffentlichen Nahverkehr eingesetzt, Betreiber ist die Deutsche Bahn. Selbstfahrende Busse, soll es bald auch im Landkreis Ostprignitz-Ruppin geben, allerdings nicht von der DB. 
Die TU Berlin, dier TU Dresden, die Ostprignitz-Ruppiner Nahverkehrsgesellschaft mbH und die Regionalentwicklungsgesellschaft Nordwestbrandenburg mbH sind neben weiteren Partnern an dem Forschungsprojekt beteiligt.
Ein autonom-fahrender Mini-Bus steht am 25. Oktober 2017 in Bad Birnbach (Bayern) auf einer Straße neben dem Haltestellen-Schild. Erstmals wird in Deutschland ein autonom-fahrender Bus im öffentlichen Nahverkehr eingesetzt, Betreiber ist die Deutsche Bahn. Selbstfahrende Busse, soll es bald auch im Landkreis Ostprignitz-Ruppin geben, allerdings nicht von der DB. Die TU Berlin, dier TU Dresden, die Ostprignitz-Ruppiner Nahverkehrsgesellschaft mbH und die Regionalentwicklungsgesellschaft Nordwestbrandenburg mbH sind neben weiteren Partnern an dem Forschungsprojekt beteiligt. FOTO: Tobias Hase / dpa
Ostprignitz-Ruppin. Bald rollen Busse ohne Fahrer über Brandenburger Straßen. Ein neues Forschungsvorhaben will wissenschaftlich untersuchen, wie fahrerlose, autonom fahrende Kleinbusse im ländlichen Raum eingesetzt werden können. Dafür werden solche selbstfahrenden Kleinbusse bald im Probebetrieb im Landkreis Ostprignitz-Ruppin unterwegs sein.

Für das Forschungsprojekt mit dem Titel „Autonomer Öffentlicher Nahverkehr im ländlichen Raum - Wirkungsforschung zu neuen Formen innovativer öffentlicher Mobilität und Nutzerakzeptanz anhand eines Probebetriebs in der Modellregion Ostprignitz-Ruppin“ wird auf Fahrzeugtypen zurückgegriffen, die bereits auf Privatgeländen in Deutschland oder in größeren Städten im Ausland fahren.

Das Projekt wird vom Bundeministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur mit rund zwei Millionen Euro gefördert und läuft bis zum 30. Juni 2020. Das Institut für Land- und Seeverkehr der TU Berlin, Lehrstuhl Verkehrspsychologie der TU Dresden, die Ostprignitz-Ruppiner Nahverkehrsgesellschaft mbH und Regionalentwicklungsgesellschaft Nordwestbrandenburg mbH sind die Partner des Projekts. Daneben wird das Projekt vom Brandenburgischen Ministerium für Infrastruktur und Landesplanung, der Hochschule für Nachhaltige Entwicklung Eberswalde, dem ADAC Berlin-Brandenburg e.V. und dem Verband der Deutschen Verkehrsunternehmen e.V. beratend unterstützt.

Zwei Jahre Probebetrieb

„Vor allem soll erforscht werden, wie diese Minibusse Bestandteil des öffentlichen Nahverkehrs werden können und welche infrastrukturellen Rahmenbedingungen dafür vorhanden sein müssen. Wichtiges Element des Vorhabens ist daher ein knapp zweijähriger Probebetrieb, um praktische Erfahrungen zu sammeln“, so Prof. Dr. -Ing. Thomas Richter, Leiter des Fachgebiets Straßenplanung und Straßenbetrieb an der TU Berlin und Verbundkoordinator. Die Fahrzeuge, die im Landkreis Ostprignitz-Ruppin zum Einsatz kommen sollen, hätten acht bis elf Plätze und führen derzeit eine Höchstgeschwindigkeit von maximal 40 bis 50 Stundenkilometern. Betrieben werden die Kleinbusse elektrisch.

In der ersten Zeit des Probebetriebes solle eine Art „Liftboy“ den Betrieb im Fahrzeug überwachen. Dieser könne, soweit erforderlich, eingreifen oder auch den Fahrgästen behilflich sein. „Die Bedürfnisse älterer Nutzerinnen und Nutzer, die mitunter auf Unterstützung angewiesen sind, sind gerade auch auf dem Land besonders zu berücksichtigen. Wir wollen untersuchen, wie Fahrzeuge und Bedientechnik gestaltet sein müssen, damit sich alle Menschen eine Fahrt in einem Fahrzeug ohne Fahrer zutrauen“, sagt Dr. Jens Schade vom Lehrstuhl Verkehrspsychologie an der TU Dresden.

Bereits bei der Vorbereitung einer ersten Projektskizze entstanden Überlegungen zu möglichen Einsatzfeldern auf dem Land: als Zubringer zu Bus- und Bahnlinien, im Verbindungsverkehr zwischen kleinen Orten, als Zubringer für touristische Ziele oder auch als „Stadtbus“ in Klein(st)städten. „Die ersten, wichtigen Forschungsfragen des Projektes wurden hier in Ostprignitz-Ruppin aus der Praxis heraus entwickelt“, so Nicola Krettek, Referentin für Regionalentwicklung bei der Regionalentwicklungsgesellschaft Nordwestbrandenburg mbH (REG). Ulrich Steffen, Geschäftsführer der Ostprignitz-Ruppiner Nahverkehrsgesellschaft mbH (ORP), ergänzt: „Und wir beweisen damit, dass es im ländlichen Raum Brandenburgs ausgesprochen innovationsfreudige Akteure gibt.“

(pm/lsc)