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Bahnverkehr
Bahn drückt sich vor Grünpflege

Bahnmitarbeiter räumen nach dem Sturm «Xavier» umgestürzte Bäume von den Gleisen. Foto: dpa
Bahnmitarbeiter räumen nach dem Sturm «Xavier» umgestürzte Bäume von den Gleisen. Foto: dpa FOTO: Bernd Settnik / dpa
Cottbus/Falkenberg. Kommunen und Waldbesitzer sollen gefährliche Bäume absägen. RE 2 am Freitag wieder am Netz.

Die verheerenden Schäden des Sturmtiefs „Xavier“ aus der Vorwoche sind bei der Bahn noch immer nicht beseitigt, da gibt es Streit: Die DB Netz will sich die Vegetationspflege an den Gleisen von Kommunen bezahlen lassen. Das Argument: Kommunale und private Grundbesitzer müssten für den Grünschnitt am Bahndamm selbst aufkommen.

Eine derartige  Aufforderung hat jetzt  auch Falkenbergs Bürgermeister Herold Quick erreicht. Während einer Beratung mit Mitarbeitern der DB Netz wurde der parteilose Rathauschef damit konfrontiert, dass die Kommune jene Pflegearbeiten bezahlen soll, die DB Netz für nötig hält.

„Ich wollte wissen, auf welcher gesetzlichen Grundlage diese Forderung beruht“, wandte sich Quick an die RUNDSCHAU, die über die vernachlässigte Vegetationspflege an Gleisen berichtet hatte. Der Bürgermeister der Eisenbahnerstadt kannte die Rechtsgrundlage nicht.

Wie Bahn-Pressesprecher Burkhard Ahlert der RUNDSCHAU bestätigte, „gibt es keine rechtliche Handhabe für die eigenständige Vegetationspflege an Bahngleisen“. Ausgenommen, wenn sich ein Baum etwa schon so stark Richtung Bahngleis neige, dass der Eigentümer seiner Verkehrssicherheitspflicht nachkommen müsse.

„Xavier“ hatte in Brandenburg dazu geführt, das Hunderte Bäume auf Leitungen und Gleise gestürzt waren.

Die schwer betroffene RE 2-Strecke Cottbus-Berlin soll ab Freitag ab Cottbus wieder durchgängig befahrbar sein.