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| 17:33 Uhr

Baby zu Tode geschüttelt: Vater muss sieben Jahre in Haft

ARCHIV - Der Angeklagte (r) bekommt am 09.01.2017 im Landgericht in Potsdam (Brandenburg) von einem Justizmitarbeiter die Handschellen aufgeschlossen. Weil er seinen zwei Monate alten Sohn zu Tode geschüttelt hat, ist der 25-Jährige am 30.01.2017 zu sieben Jahren Haft verurteilt worden.
ARCHIV - Der Angeklagte (r) bekommt am 09.01.2017 im Landgericht in Potsdam (Brandenburg) von einem Justizmitarbeiter die Handschellen aufgeschlossen. Weil er seinen zwei Monate alten Sohn zu Tode geschüttelt hat, ist der 25-Jährige am 30.01.2017 zu sieben Jahren Haft verurteilt worden. FOTO: Julian Stähle (dpa-Zentralbild)
Brandenburg/Havel. Der kleine Säugling quengelte und schrie mitten in der Nacht - da rastete der junge Vater aus. Mit schlimmen Folgen. Das Urteil des Landgerichts fällt härter aus als erwartet. dpa/bb

Weil er seinen zwei Monate alten Sohn zu Tode geschüttelt hat, ist ein 25-Jähriger vom Landgericht Potsdam zu sieben Jahren Haft verurteilt worden. Die 1. Strafkammer verurteilte den Vater am Montag wegen Totschlags. Damit ging das Gericht noch über die Forderung der Staatsanwaltschaft hinaus, die sechs Jahre Freiheitsentzug beantragt hatte.

Laut Urteil hatte der Mann den kleinen Calvin im Juni vergangenen Jahres in Brandenburg/Havel so heftig geschüttelt und geschlagen, dass dieser wenig später an den Folgen der Misshandlungen starb. Der vom Vater alarmierte Notarzt konnte nur noch den Tod des Säuglings feststellen.

Der junge Mann hatte angegeben, er sei in der Situation überfordert gewesen, weil sich das schreiende und weinende Kind nicht habe beruhigen lassen. Die Mutter schlief zur Tatzeit. Eine Gutachterin hatte dem 25-Jährigen im Prozessverlauf verminderte Intelligenz bescheinigt, doch der Vorsitzende Richter Theodor Horstkötter sprach von einem Gewaltexzess. „Das war eine in Brutalität und Massivität kaum nachvollziehbare Gewalteskalation.“

Laut dem medizinischen Gutachten hatte der Vater dem Baby ins Gesicht geboxt, es geschüttelt und gegen ein Möbelstück geschleudert. Das Kind starb daraufhin an massiven Blutungen im Gehirn. „Das hätte auch Ihnen klar sein müssen, dass man mit solch einer brachialen Gewalt nicht gegen einen Säugling vorgehen kann“, sagte Horstkötter zu dem 25-Jährigen. Zudem hätte dieser in der damaligen Lage eine Alternative gehabt, wenn er sich überfordert fühlte: „Sie hätten die Mutter wecken können.“