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Post aus Potsdam
Baaskes letzter Auftritt

Es war der letzte Auftritt des Bildungsministers in seinem Amt: In der Fragestunde des Potsdamer Landtags musste Günter Baaske Stellung nehmen zum Unterrichtsprinzip "Lesen durch Schreiben", jener umstrittenen Lernmethode, bei der die Rechtschreibversuche von Schülern zunächst nicht korrigiert werden. "Auf die Frage habe ich noch gewartet, die hat mir dieses Jahr noch gefehlt", begann Baaske seine Antwort. iwe1

Und stellte dann fest, dass man komplizierte Worte lernen muss. "Nehmen wir nur das einfache Wort Gebaren", sagte Baaske. Auf Facebook habe sich kürzlich jemand über das Gebaren des Ministers aufgeregt, das Wort aber mit "ah" geschrieben. "Und der Verfasser war bezeichnenderweise Gordon Hoffmann." Der nahm die Kritik des ehemaligen Mathelehrers Baaske freilich sportlich: "Vielen Dank, Herr Minister, das ist tatsächlich ein gutes Beispiel, denn ich wurde korrigiert und nicht demotiviert", antwortete der Prignitzer Abgeordnete. Er werde das Wort künftig korrekt schreiben.

Alle weiteren Korrekturen können die beiden Politiker dann freilich im direkten Umgang miteinander klären: Unmittelbar nach der Vereidigung seiner Nachfolgerin Britta Ernst nahm Baaske im Plenarsaal Platz. Doch den am letzten Arbeitstag im lässigen Karohemd erschienenen Minister sah man nicht sehr lange unter den Sozialdemokraten. Die meiste Zeit des Tages unterhielt er sich mit Kollegen von der CDU - fast konnte man den Eindruck bekommen, jetzt, wo die ganzen Scharmützel von Regierung und Opposition vorbei sind, hat das normale Leben wieder für ihn angefangen.