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Baaske legt für Familie Amt nieder

Frisch verheiratet mit Anne Böttcher hat Günter Baaske seinen Ministerjob an den Nagel gehängt, um sich nun mehr seiner Familie zu widmen.
Frisch verheiratet mit Anne Böttcher hat Günter Baaske seinen Ministerjob an den Nagel gehängt, um sich nun mehr seiner Familie zu widmen. FOTO: Bildungsministerium
Potsdam. Britta Ernst aus Schleswig-Holstein – Ehefrau des Ersten Bürgermeisters von Hamburg, Olaf Scholz – wird neue Bildungsministerin im Land Brandenburg. Benjamin Lassiwe / iwe1

() Nur wenige Stunden nach dem Bekanntwerden seiner Hochzeit mit der Geschäftsführerin der Arbeiterwohlfahrt, Anne Böttcher (39), hat Brandenburgs Bildungsminister Günter Baaske (59) am Dienstag seinen Rücktritt vom Ministeramt bekannt gegeben. Künftig wolle er sich mehr Zeit für seine Familie nehmen, kündigte der SPD-Politiker in Potsdam an. "Die Entscheidung ist im Urlaub gefallen", sagte Baaske. Die gemeinsame Tochter des Paares komme demnächst in die Schule. Für seine erwachsenen Kinder aus einer früheren Beziehung habe er stets zu wenig Zeit gehabt.

"Für mich ist jetzt Familie auch mal wichtig", sagte Baaske. "Die Erfahrung von den anderen drei Kindern ist, wenn sie erstmal 15 oder 16 Jahre alt sind, wollen sie von einem auch nicht mehr so viel wissen, dann haben sie andere Schwerpunkte."

Der Lehrer für Mathematik und Physik war zunächst Sozialdezernent im Landkreis Potsdam-Mittelmark und nebenberuflich als Manager der Rockband "Keimzeit" tätig. Aus dieser Zeit stammt sein Spitzname "Hugo", der heute noch bei SPD-Parteitagen auf der Rednerliste eingeblendet wird.

Von 2002 bis 2004 und dann von 2009 bis 2014 war er Sozialminister, in der Zeit dazwischen Vorsitzender der SPD-Landtagsfraktion. Zeitweise wurde er auch als Favorit für die Nachfolge von Matthias Platzeck als Ministerpräsident gehandelt - doch dieses Amt übernahm dann bekanntlich Dietmar Woidke.

Seit 2014 ist er Bildungsminister. In dieser Funktion gelang ihm eine relativ geräuschlose Neuausrichtung der Inklusionspolitik des Landes, dennoch war eine gewisse Amtsmüdigkeit in den zurückliegenden Jahren zu bemerken. Sein Amt als Landtagsabgeordneter wolle er indes weiter wahrnehmen, und SPD-Fraktionschef Mike Bischoff deutete an, dass Baaske wichtige Fraktionsämter übernehmen könne.

Ministerrpräsident Dietmar Woidke (SPD) erklärte, Baaske habe "hervorragende Arbeit" geleistet: "Ich muss seine Gründe akzeptieren, das fällt mir nicht leicht."

Seine Nachfolgerin jedenfalls steht bereits fest: Es wird Britta Ernst (56) sein, die von 1997 bis 2011 der Hamburgischen Bürgerschaft angehörte und in der aus SPD, Grünen und SSW bestehenden "Küstenkoalition" Schleswig-Holsteins von 2014 bis 2017 Ministerin für Schule und berufliche Bildung war.

Ernst, die mit Hamburgs Erstem Bürgermeister Olaf Scholz (SPD) verheiratet ist, musste nach der Wahlniederlage der Nord-SPD ihr Amt räumen und wurde daraufhin von Baaske angesprochen, ob sie sich eine Tätigkeit in Brandenburg vorstellen könne.

Vor Journalisten betonte sie, schon lange in der Bildungspolitik aktiv zu sein. "Für mich ist das eine ganz besonders tolle Herausforderung und eine schöne Aufgabe, als Mitglied einer Regierung einen Bereich zu gestalten, von dem sehr viel abhängt, die Bildung der Kinder, aber nicht zuletzt auch der Zusammenhalt der Gesellschaft", sagte Ernst. Daher habe sie sehr gerne zugesagt, als die Anfrage aus Brandenburg kam.

"Mir ist sehr bewusst, dass jedes Bundesland anders ist, und die regionalen Gegebenheiten unterschiedlich sind." Daher wolle sie sich in den nächsten Monaten auch die Zeit nehmen, alles einmal kennenzulernen.

Persönlich sei es ihr ein Anliegen, dass das Bildungssystem nicht von großen politischen Kontroversen geprägt werde. "Die Akzeptanz eines öffentlichen Bildungssystems ist ein hohes Gut." Die Vereidigung von Britta Ernst soll voraussichtlich am Donnerstag stattfinden.

Britta Ernst tritt die Nachfolge von Günter Baaske an.
Britta Ernst tritt die Nachfolge von Günter Baaske an. FOTO: dpa