| 13:03 Uhr

Brandenburg
Aufklärung an Raststätten zu Rettungsgassen

Mitarbeiter der Autobahnmeisterei bringen am 20.07.2017 in Niemegk (Brandenburg) das Banner „Bei Stau: Rettungsgassen!“ an einer Autobahnbrücke an. Mit Aktionstagen an Brandenburger Raststätten soll die Bedeutung von Rettungsgassen in dieser Woche besser im Bewusstsein der Autofahrer verankert werden.
Mitarbeiter der Autobahnmeisterei bringen am 20.07.2017 in Niemegk (Brandenburg) das Banner „Bei Stau: Rettungsgassen!“ an einer Autobahnbrücke an. Mit Aktionstagen an Brandenburger Raststätten soll die Bedeutung von Rettungsgassen in dieser Woche besser im Bewusstsein der Autofahrer verankert werden. FOTO: Bernd Settnik / dpa
Motzen. Bei schweren Verkehrsunfällen auf Autobahnen müssen nachfolgende Fahrer einen Weg für Rettungskräfte frei halten. Damit das besser klappt, setzt Brandenburg nun auch auf eine bessere Ansprache.

Mit gezielter Aufklärung an drei Brandenburger Raststätten werden Autofahrer in dieser Woche auf die mitunter lebenswichtige Bedeutung von Rettungsgassen aufmerksam gemacht. „Rettungsgassen retten Leben“, sagte Verkehrsstaatssekretärin Ines Jesse am Dienstag zum Auftakt an der Raststätte Am Kahlberg Ost an der Autobahn 13. Sobald es auch nur im Ansatz zur Staubildung komme, müssten sich Autofahrer richtig einordnen, damit Rettungskräfte schnell und unkompliziert an die Unfallstelle gelangen könnten.

Die drei Aktionstage sind Teil der Landeskampagne „Lieber sicher. Lieber leben.“ Weitere Stationen sind am Mittwoch die Raststätte Linumer Bruch Nord (A24) und am Donnerstag die Raststätte Michendorf Nord (A10). Kooperationspartner ist der Tankstellen- und Raststättenbetreiber Tank & Rast.

Für die Durchfahrt von Polizei- und Rettungsfahrzeugen muss zwischen dem äußersten linken und dem rechts daneben liegenden Fahrstreifen eine freie Gasse gebildet werden. Das gilt bereits bei Schritttempo. Wer sich daran nicht hält, muss mittlerweile mit höheren Strafen rechnen. „Verfehlungen werden zu Recht mit schweren Strafen belegt“, sagte Jesse.

Seit vergangenem Donnerstag müssen Fahrer mindestens 200 Euro statt wie bisher 20 Euro zahlen, wenn sie bei stockendem Verkehr auf der Autobahn keine Gasse bilden. Zwei Punkte in Flensburg kommen hinzu. In schweren Fällen droht sogar eine Geldbuße von bis zu 320 Euro, verbunden mit einem Monat Fahrverbot und zwei Punkten in Flensburg.

Generell muss Einsatzfahrzeugen mit Blaulicht und Martinshorn sofort Platz gemacht werden - unabhängig von Rettungsgassen. Seit Ende Mai gilt es zudem als Straftat, bei Unglücksfällen vorsätzlich Einsatzkräfte zu behindern, die Hilfe leisten oder leisten wollen. Darauf stehen nun Geldstrafe oder bis zu ein Jahr Haft.

Immer wieder kommt es vor, dass nach Unfällen keine Rettungsgasse gebildet wird. Mitunter nutzen besonders dreiste Autofahrer die Gasse auch selbst, indem sie zum Beispiel einem Notarztwagen folgen. Anfang Juli sorgte ein Fall in Bayern für großes Aufsehen: 18 Menschen starben beim Brand eines Reisebusses auf der Autobahn 9. In die Trauer mischte sich Ärger über Autofahrer, die die Rettungsgasse behindert hatten. Einsatzkräfte hatten deswegen große Probleme, den Unfallort zu erreichen.

Weil es bei der Rettung von Leben auf möglichst schnelle Hilfe ankommen kann, gibt es zum Beispiel auch Vorschläge, bei Stau- und Unfallmeldungen im Radio stets an die Bildung einer Rettungsgasse zu erinnern.

(dpa/bob)