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| 22:44 Uhr

Brandenburg
Viele Herzinfarkt-Tote in Brandenburg

Cottbus. Nur schnell helfen hilft. Mehr öffentliche Defis und mobile Retter bieten bessere Überlebenschancen.

In Brandenburg sterben auffällig viele Menschen an Herzinfarkt. Das geht aus einer Kleinen Anfrage der CDU an die Landesregierung hervor. Laut Statistischem Bundesamt waren es 2015 pro 100 000 Einwohner 96 Todesfälle. In Sachsen-Anhalt lag die Zahl bei 101. Sachsen belegt mit 83 Todesfällen Platz drei der Statistik.

Als Grund für die hohe Sterblichkeitsrate von Brandenburgern nach einem Herzinfarkt nennt die Landesregierung den hohen Altersschnitt (46,9 Jahre). Zum Vergleich: In Berlin liegt er bei 42,9 Jahren. Zudem hätten Brandenburger einen Hang zu einer ungesunden Lebensweise.

Doch warum auch immer es zum Herzinfarkt mit Kreislaufstillstand kommt: Wenn es so weit ist, ist laut André Mundt, stellvertrender ärztlicher Leiter des Rettungsdienstes in Cottbus, vor allem schnelles Handeln nötig. Nach drei bis fünf Minuten könne das Gehirn irreparabel geschädigt werden. Nicht nur in ländlichen Orten, die Notärzte nicht in fünf Minuten erreichen können, sondern generell sei dann Ersthilfe unerlässlich. Mundt: „Man kann da nichts falsch machen.“ Außer Nichtstun. Neben einer Herzdruckmassage sind Defibrillatoren, die es an einigen öffentlichen Orten gibt, die beste Hilfe.

Die Leitstelle Lausitz setzt sich laut Raik Nowka, gesundheitspolitischer Sprecher der CDU im brandenburgischen Landtag, dafür ein, dass es solche Defis künftig flächendeckender gibt. Idee ist, Bürger im Umgang damit zu mobilen Helfern zu schulen. Idee sei zudem eine App, über die registrierte Nutzer erfahren, wo Defis sind. Deren Anschaffung liegt bisher im Ermessen privater Einrichtungen, Vereine und Organisationen.