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Gekauft, geliefert, oder selbst geschlagen
Auf der Suche nach der perfekten Tanne

Selbst kaufen oder selber schlagen? Es gibt verschiedene Wege zum perfekten Weihnachtsbaum.
Selbst kaufen oder selber schlagen? Es gibt verschiedene Wege zum perfekten Weihnachtsbaum. FOTO: Christoph Schmidt / dpa
Region. Am ersten Adventswochenende startet er Verkauf von Weihnachtsbäumen: Während sich Perfektionisten auf die Suche nach dem makellosen Baum machen, lassen sich Bequeme die Tanne an die Haustür liefern. Der Durchschnittsbaum ist 1,70 Meter hoch und kostet etwa 24 Euro.

Gerade gewachsen soll sie sein, mit sattgrünen Nadeln und ebenmäßig angeordneten Zweigen: Für viele Weihnachtsbaumkäufer startet am 1. Adventswochenende das Rennen um die perfekte Tanne. „Wir beobachten heute den Trend zum makellosen Weihnachtsbaum“, sagte Martin Rometsch vom Bundesverband der Weihnachtsbaumerzeuger.

Wer erst kurz vor Weihnachten zum Baumkauf starte, müsse dagegen in der Regel mit etwas unscheinbareren Exemplaren vorliebnehmen. „Die A-Qualität ist vor Weihnachten meist ausverkauft“, so der Experte. Bei Bäumen der Qualitätsstufen B und C könne dagegen eine geschickte Platzierung etwa in der Zimmerecke weiterhelfen. Gefragt seien unter Liebhabern aber auch Exoten wie Bäume mit drei Spitzen.

Im vergangenen Jahr waren in Deutschland nach Berechnungen des Hauptverbands der Deutschen Holzindustrie rund 29,5 Millionen Weihnachtsbäume verkauft worden. Nach dem Trend zum Zweitbaum auf dem Balkon oder im Vorgarten seien derzeit auch zunehmend kleine Exemplare gefragt, etwa als Dekoration auf dem Schreibtisch, berichtete Holzverbandssprecherin Ursula Geismann.

Für 1,70 Meter rund 24 Euro

Mit durchschnittlich etwa 14 Euro pro Meter könnten die Verbraucher in diesem Jahr auf stabile Preise setzen. Vor dem Hintergrund einer zunehmenden Konkurrenz von Discountern und Supermärkten habe es in den Vorjahren sogar leichte Preisrückgänge gegeben, die nun jedoch gestoppt worden seien. Bei einer durchschnittlichen Baumhöhe von etwa 1,70 Metern müssten Verbraucher mit Kosten von etwa 24 Euro rechnen.

Gekauft werden Weihnachtsbäume nach Angaben der Branche jeweils etwa zu einem Drittel ab Hof, im Super-, Baumarkt oder beim Discounter, sowie im Straßenhandel. Hinzu komme zunehmend auch die Bestellung im Internet. Onlinehändler Christian Fiedler („Santa-Fidi“), schätzt den aktuellen Anteil der in Deutschland im Internet verkauften Weihnachtsbäume derzeit auf eine „niedrige einstellige Prozentzahl“.

An die Haustür per Mausklick geliefert würden in der Regel ausschließlich Bäume der Qualitätsstufe A, versicherte der Unternehmer. Um Reklamationen kritischer Weihnachtsbaumliebhaber nach dem Kauf preisreduzierter Exemplare der Qualitätsstufe C zu vermeiden, bietet er in seinem Internet-Shop Aufklärungsvideos an: Mit deutlichen Mängeln behaftete Weihnachtsbäume werden da zur Anschauung präsentiert - Umtausch ausgeschlossen.

Aber auch zunächst als missraten eingestufte Weihnachtsbäume können eine späte Karriere machen, sagte Eberhard Hennecke vom NRW-Landesverband der Weihnachtsbaumerzeuger. Auf dem Feld zunächst achtlos bei der Ernte stehen gelassene Exemplare entwickelten sich im Laufe der Jahre nicht selten zu großen Vorzeigebäumen für repräsentative Zwecke.

Selbst schlagen statt kaufen

Die Auswahl an Weihnachtsbäumen im Verkauf ist groß, doch für viele ist der Weihnachtsbaum nur dann perfekt, wenn er auch selbst geschlagen wird. Diese Möglichkeit bieten zahlreiche Brandenburger Forstbetriebe an. Hier ein Überblick über die Angebote.

Der Landesforstbetrieb Brandenburg in Peitz bietet beim Hofverkauf an der August-Bebel-Straße 27 am 15. Dezember (9 bis 15 Uhr und am 16. Dezember (9 bis 14 Uhr) gemeine Fichten, Blaufichten, Kiefern und Schwarzkiefern an. Wer sich sein Bäumchen selbst aussuchen möchte, kann das am 16. Dezember von 9 bis 14 Uhr im Revier Tannenwald zwischen Fehrow und Drachhausen sowie im Revier Casel zwischen Illmersdorf und Koschendorf.

In der Baumschule Dubrau in Dubrau bei Forst wird auch in diesem Jahr das Weihnachtsbaumschlagen zum Erlebnis. Am 9. und 17. Dezember können ab 9 Uhr die Schwarzkiefern, Serbische Fichten und Blautannen selber geschlagen werden. Für die vorweihnachtliche Stimmung sorgen Lagerfeuer, Imbiss und Glühwein. „Die Versorgung ist gesichert, das schöne Wetter müssen die Besucher selber mitbringen“, sagt Baumschul-Chefin Simone Radatz. Wer keine Lust zum selber Schlagen hat, kann auch vorbereitete Weihnachtsbäume kaufen. Die erste Lieferung mit Nordmanntannen, Frasertannen und Nobilistannen ist schon angekommen.

In der Oberförsterei Doberlug-Kirchhain werden vom 11. bis 22. Dezember Weihnachtsbäume ab dem Hof in der Lindenaer Straße verkauft. Am 10. Dezember ist um 10 Uhr Treff an der Gaststätte Winzer, um einen Baum selber zu schlagen. Überwiegend Kiefern und Fichten sind im Angebot. Am 16. Dezember können im Revier Weißhaus Bäume geschlagen werden. Treff ist um 10 Uhr an der Försterei in der Torgauer Straße. „Für Spätentschlossene haben wir noch einen Termin am 17. Dezember ab 10 Uhr in der Försterei Weberteich. An diesem Tag gibt es auch einen kleinen Imbiss und Glühwein zur Einstimmung auf das Fest“, erklärt Funktionsförster Gisbert Herold.

In Neuzelle (Landkreis Oder-Spree): können in der Schonung am „Treppelpflaster“ am 16. Dezember von 10 bis 13 Uhr Blaufichten geschlagen werden. „Möglichst eine eigene Säge mitbringen“, rät der Forstbetrieb des Stiftes Neuzelle. Die Schonung liegt in der Nähe der Straßenverbindung zwischen dem Neuzeller Ortsteil Kummerow und Treppeln, der Weg dorthin ist ab dem Feuerwehrgerätehaus in Neuzelle ausgeschildert.

Im Lübbener Ortsteil Börnichen ist am 16. Dezember von 8 bis 15 Uhr am Forsthaus wieder das Schlagen von Weihnachtsbäumen möglich. Fichten, Blaufichten und Omorikafichten sind im Angebot Dazu gibt es einen Imbiss und Lagerfeuer.

In der Revierförsterei Plattkow in Märkische Heide (bei Lübben) werden die Bäume schon geschlagen und am 16. Dezember ab 10 Uhr verkauft. Musikalischumrahmt wird der Tag durch Jagdhornbläser. Dazu gibt es Glühwein, Bratwurst und Lagerfeuer. Verkauft werden unter anderem Küstentannen. „Die Nadeln sind haltbar wie bei der Nordmanntanne, dazu verströmt die Tanne einen Duft nach Zitrusfrüchten“, schwärmt Revierförster Jens Regelski.

Am 3. Advent (17. Dezember) heißt es auch beim Forstservice Grafe an der Tettauer Straße in Frauendorf (OSL) von 10 bis 15 Uhr wieder: „Ran an die Säge und rein in den Wald.“ Es werden neben Bäumen Wildprodukte, Gebäck, Weine und viele weitere Produkte rund um den Wald angeboten.

(Von Uta Knapp, dpa)