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Auf der Kriegsgräberstätte in Halbe werden 120 Tote bestattet

Am nächsten Mittwoch wird auf dem Waldfriedhof in Halbe der Toten des Zweiten Weltkriegs gedacht.
Am nächsten Mittwoch wird auf dem Waldfriedhof in Halbe der Toten des Zweiten Weltkriegs gedacht. FOTO: dpa
Halbe. Jahrzehnte nach den letzten Kämpfen liegen noch immer Tausende Gefallene verstreut im märkischen Boden. Nun werden erneut Dutzende Gebeine auf eine zentrale Ruhestätte umgebettet. Das soll ein Zeichen für Frieden und Versöhnung setzen. dpa/uf

Mit einem ökumenischen Gottesdienst wird am 29. April auf dem Waldfriedhof in Halbe in Brandenburg der Toten des Zweiten Weltkriegs gedacht. Kurz vor dem 70. Jahrestag des Kriegsendes am 8. Mai sollen danach etwa 120 damals getötete Soldaten dort ihre letzte Ruhe finden. Den Gottesdienst auf einer der größten Kriegsgräberstätten Deutschlands werden der evangelische Bischof Markus Dröge und der katholische Bischof Wolfgang Ipolt abhalten. Im Anschluss an die Einbettung will unter anderen Außenminister Frank-Walter Steinmeier (SPD) sprechen.

Die Gebeine waren in den vergangenen Monaten vom Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge gefunden worden. Es handelt sich um die sterblichen Überreste von Kriegstoten, die kurz vor Ende des Zweiten Weltkriegs im April 1945 bei der Kesselschlacht von Halbe vor den Toren Berlins ums Leben kamen. Damals starben Zehntausende Rotarmisten, deutsche Soldaten, Flüchtlinge und Zivilisten. Es war eine der letzten großen Schlachten auf deutschem Boden.

Der Volksbund erwartet mit Zeitzeugen, Angehörigen und Vertretern des öffentlichen Lebens mehr als 1000 Gäste zu dem Gottesdienst. Am 8. Mai soll zudem im nahen Baruth auf dem sowjetischen Ehrenfriedhof gefallener Rotarmisten gedacht werden.

Der Präsident des Landesverbands Brandenburg des Volksbundes, der ehemalige Landtagspräsident Gunter Fritsch, sagt mit Blick auf die Umbettung der Toten, es gehe darum, den Menschen ihre Würde wiederzugeben. Viele wurden vor 70 Jahren schnell vor Ort vergraben. Jeder habe aber einen Anspruch auf eine würdige Bestattung. Dafür sei es unerheblich, ob er sich schuldig gemacht habe oder nicht. Das heiße auch nicht, dass man das Tun in der Vergangenheit rechtfertige. "Verantwortung verjährt nicht. Das gilt auch für die kommenden Generationen", sagt Fritsch.