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April, April!

Brandenburgs Finanzminister Christian Görke ist von Hause aus Sportlehrer. Zu Weihnachten trifft er sich mit ehemaligen Schülern zu einem Volleyball-Spiel, beim Wahlkampf am Strand von Usedom bedauert er, dass niemand einen Ball dabei hat – "sonst hätte man noch eine Runde beachen können".

Die Pressemitteilung, die das Finanzministerium am 31. März verschickte, wirkte deswegen erst einmal logisch. Für Finanzbeamte im Land Brandenburg werde die regelmäßige Teilnahme am Dienstsport verpflichtend vorgeschrieben. "Wissenschaftliche Untersuchungen zeigen, dass regelmäßiger Sport die beste Vorbeugung gegen zahlreiche Krankheiten ist", doziert der Finanzminister da. "Gerade Volkskrankheiten wie Bluthochdruck, Diabetes oder Krankheiten des Muskel-Skelettsystems lässt sich mit regelmäßigem Sport vorbeugen." Zudem übten Finanzbeamte ihre Tätigkeit überwiegend im Sitzen aus. Die 3200 Beschäftigten könnten deswegen ab dem 1. Juli zwischen den vier bereits auch bisher gut angenommenen Kursen Rückenschule, Meditation, Nordic Walking und Laufgruppe wählen.

Warum diese Nachricht nicht unmittelbar nach ihrer Veröffentlichung in der RUNDSCHAU erschien? "Dienstsport für Finanzbeamte" klang am 31. März dann doch etwas gefährlich. Schließlich ist der Tag dafür bekannt, dass alle möglichen Scherzkekse ihre Aprilscherze an die Redaktionen schicken, in der Hoffnung, sie einen Tag später in der Zeitung zu lesen. Und richtig, der Verdacht war berechtigt. Am 1. April löste auch das Ministerium seinen Aprilscherz auf. An verpflichtenden Dienstsport sei nicht gedacht, wohl aber könnten die Finanzbeamten auch weiterhin in freiwilligen Sportgruppen schwitzen. Na dann: April, April!