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Anschläge blockieren Zugverkehr

Mitarbeiter der Bahn und der Kriminalpolizei untersuchen Samstag am Gleisbett einen Kabelschacht an der Strecke nahe Groß Behnitz.
Mitarbeiter der Bahn und der Kriminalpolizei untersuchen Samstag am Gleisbett einen Kabelschacht an der Strecke nahe Groß Behnitz. FOTO: dpa
Berlin. An zwei Bahnhöfen gab es am Samstag Brandstiftungen, die Auswirkungen waren groß: Züge von Berlin nach Hamburg und Hannover wurden umgeleitet. Alexandra Stahl

Wegen zwei Bränden ist es am Wochenende im Bahnverkehr von Berlin nach Hamburg und Hannover zu erheblichen Einschränkungen gekommen. Unbekannte verübten am Samstagmorgen an den Brandenburger Bahnhöfen Groß Behnitz und Finkenkrug (Havelland) Brandanschläge auf einen Kabelschacht und eine Signalanlage, wie die Bahn mitteilte. Die Strecken Berlin-Hannover und Berlin-Hamburg mussten den ganzen Samstag gesperrt bleiben. Nach Hannover konnten Züge auf der Strecke von Berlin über Hannover, Hamm nach Köln von Sonntagmorgen an wieder fahren, allerdings mit einer Verspätung von 30 Minuten. Die Verbindungen Frankfurt-Göttingen-Hannover-Berlin und Amsterdam-Hannover-Berlin wurden weiter über Magdeburg umgeleitet und hatten eine Verspätung von einer Stunde.

Die Strecke nach Hamburg blieb auch am Sonntag noch komplett gesperrt. Es gebe weiter noch keine Prognose, wann es dort weitergehe, sagte eine Bahnsprecherin am späten Sonntagnachmittag. Wegen großräumiger Umleitungen komme es dort zu Verspätungen zwischen 90 und 120 Minuten.

Die Polizei Brandenburg suchte auch am Sonntag weiter nach den Tätern.

Ein Sprecher schloss einen Zusammenhang mit einer Neonazi-Demo in Berlin-Spandau nicht aus. Dort demonstrierten am Samstag mehrere Hundert Rechte anlässlich des Todestags des Hitler-Stellvertreters Rudolf Heß, der in Spandau im Gefängnis saß und sich dort 1987 das Leben nahm. Weil rund 250 Neonazis wegen der Streckensperrung in Brandenburg festsaßen, meldeten sie eine Spontandemo durch die Kleinstadt Falkensee (Havelland) an. Polizisten überwachten den Protestzug.