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| 19:02 Uhr

Alarm
Großeinsatz der Polizei nach Bombendrohung in Frankfurt

Sicherheitsbereich: Die Polizei sperrte Teile der Geh- und Straßenwege um das Gebäude der Hauptpost in Frankfurt ab.
Sicherheitsbereich: Die Polizei sperrte Teile der Geh- und Straßenwege um das Gebäude der Hauptpost in Frankfurt ab. FOTO: Jan-Henrik Hnida
Frankfurt (Oder). Anruf um 9 Uhr führt zu Großeinsatz der Polizei mit Straßensperrung und Sprengstoffspürhunden der Bundesstaffel.

Eine Bombendrohung hat am Dienstagmorgen rund um die Hauptpost die Innenstadt von Frankfurt (Oder) lahmgelegt. Die Polizei sperrte umliegende Straßen ab, Spürhunde suchten nach Sprengstoff. Etwa 30 Personen mussten aus Bank und Räumen der Universität evakuiert werden.

Gegen neun Uhr geht am Dienstag ein Notruf in der Polizeidirektion Ost ein. Der Grund: Mitarbeiter der Hauptpost haben eine Bombendrohung per Telefon erhalten. „Wir haben das Gebäude sofort evakuieren lassen“, sagt Pressesprecher Stefan Möhwald von der Polizeidirektion. 30 Personen sind zum Zeitpunkt der Drohung im Gebäude an der Logenstraße. Neben den Mitarbeitern der Post, die in den Schalterräumen tätig sind und Kunden, die Pakete oder Briefe abgeben wollen, sind auch Angestellte der Europa-Universität Viadrina betroffen, die in den oberen Etagen ihre Büros haben.

Im nächsten Schritt sperrt die Polizei – mit zehn Wagen im Einsatz – die Gehwege und eine Spur der Logenstraße um die Hauptpost ab, um die Räumlichkeiten auf verdächtige Gegenstände und Sprengstoff zu durchsuchen. „Wegen eines laufenden Einsatzes ist der Zutritt verboten“, bekommt auch die 95-jährige Edith vom Polizeibeamten zu hören. Im Korb ihres Rollators liegt ein großes Paket. „Das sollte mein Enkel in Rostock bekommen“, erklärt die Frankfurterin. Sie sei dankbar dafür, dass die Polizei Schaden abwenden wolle. „Aber morgen muss ich alter Mensch mich wieder aufraffen“, sagt die Seniorin. Auch der Rückweg in die Innenstadt ist beschwerlich: „Ich wollte Geld abheben. Da muss ich wohl morgen wieder kommen“, sagt ein anderer Post-Kunde resigniert.

Gegen halb elf heult die Sirene der Bundespolizei auf. Mit Sprengstoffspürhunden im Schlepptau fahren Beamte auf den abgesperrten Posthof. Andere vergrößern mit rot-weißem Flatterband den Sperrbereich. Nun sind beide Spuren der Logenstraße sowie der Lindenstraße um das rote Backsteingebäude dicht.

„Das tut mir jetzt für meine Schwester leid“, sagt Milan Freisler mit einem Päckchen in der Hand. Er komme gerade von seinem Vater, der in Kurzzeit-Pflege sei, und wolle das Geschenk für seine Schwester abschicken. „Sie hat demnächst Geburtstag“, erläutert der Frankfurter.

Vom Bahnhof her strömen in regelmäßigen Abständen Scharen an Studenten an der Seite des Oderturms vorbei. Viele schauen interessiert zur Post hinüber. Für andere wiederum beginnt der Arbeitstag mit einem Schrecken. „Oh Gott, ich arbeite doch da oben“, sagt eine junge Uni-Mitarbeiterin.

In der Post haben derweil die speziell auf Sprengstoff trainierten Spürhunde die Schalterhalle durchsucht. „Dort wurde nichts gefunden“, gibt Polizei-Pressesprecher Möhwald Entwarnung. So werden kurz nach 11 Uhr die Straßensperrungen wieder aufgehoben. Schnell fließt der Verkehr wieder über die Kreuzung. Doch der Polizei-Einsatz dauert weiter an, um die restlichen Räumlichkeiten abzusuchen – glücklicherweise ohne Bombenfund.

Um 12 Uhr ist der Einsatz beendet. „Die Kriminalpolizei hat die Ermittlungen aufgenommen“, so Möhwald. Der Droh-Anrufer soll ermittelt werden.