Nach der Todesfahrt auf dem Kurfürstendamm in Berlin mit einer Toten und zahlreichen Schwerverletzten legt ein vorläufiges psychiatrisches Gutachten die Schuldunfähigkeit des 29-jährigen Tatverdächtigen nahe.
Die Staatsanwaltschaft habe deshalb einen Antrag im sogenannten Sicherungsverfahren beim Landgericht Berlin eingereicht, teilte die Behörde am Donnerstag mit. Ein solches Verfahren wird angestrebt, wenn der mutmaßliche Täter etwa wegen einer psychischen Erkrankung während der Tat schuldunfähig gewesen sein könnte.

Eine Tote und 16 Verletzte, darunter zwölf Schülerinnen und Schüler

Sollte sich die Schuldunfähigkeit des Mannes in der Hauptverhandlung bewahrheiten, „bestünde keine strafrechtliche Verantwortlichkeit“, teilte die Staatsanwaltschaft weiter mit. In diesem Fall strebe sie an, dass der Beschuldigte in einem psychiatrischen Krankenhaus untergebracht werde. Es sei zu befürchten, dass er ohne Behandlung weitere gefährliche Taten begehen werde.
Der 29-Jährige soll am 8. Juni mit einem Auto auf dem Ku'damm in der Nähe des Breitscheidplatzes laut Staatsanwaltschaft zunächst „bewusst“ in eine Schülergruppe aus Hessen gefahren sein. Dabei kam eine 51 Jahre alte Lehrerin ums Leben. Ein Kollege sowie zwölf Schülerinnen und Schüler im Alter zwischen 14 und 17 Jahren wurden verletzt, manche lebensgefährlich.
Danach setzte der Täter die Fahrt fort und fuhr ungebremst über die Einmündung der Marburger Straße hinweg auf den gegenüberliegenden Gehweg. Dort erfasste er zwei Männer und eine schwangere Frau und verletzte sie ebenfalls schwer. Schließlich krachte der Mann mit dem Fahrzeug in die Schaufensterscheibe eines Parfum-Geschäfts.
Der Beschuldigte ist seither in einem Krankenhaus des Maßregelvollzugs untergebracht. Die Staatsanwaltschaft Berlin wirft dem Mann in dem Antrag unter anderem vollendeten „Heimtückemord“ sowie 16-fachen Mordversuch vor.