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| 18:47 Uhr

Berlin-Brandenburg
Am BER überwiegt jetzt der Optimismus

 Engelbert Lütke Daldrup bleibt vorsichtig optimistisch: „Wir haben da noch eine Menge vor uns . . . “
Engelbert Lütke Daldrup bleibt vorsichtig optimistisch: „Wir haben da noch eine Menge vor uns . . . “ FOTO: dpa / Annette Riedl
Potsdam . Sieben Jahre nach der geplatzten Eröffnung sieht der Flughafenchef das Projekt auf der Zielgeraden. Brandenburgs CDU zweifelt aber. Von Benjamin Lassiwe

Über dem Potsdamer Landtag scheint die Sonne. Und der Berliner Flughafen-Chef Engelbert Lütke Daldrup bleibt auf dem Weg in den Potsdamer Landtag erst einmal kurz stehen, dreht sich um, zückt sein Handy und fotografiert das Fortunaportal und die Potsdamer Nikolai-Kirche. So entspannt kam der Hauptverantwortliche für den BER wohl noch nie zu einer Sitzung des Sonderausschusses im Brandenburger Landtag.

Bretschneider sieht Meilenstein erreicht

Doch für den Berliner Flughafenchef läuft derzeit alles nach Plan. Die Wirkprinzip-Prüfungen haben begonnen, einer termingerechten Eröffnung des Flughafens steht nichts im Wege. „Wir sind alle positiv angetan, dass wir dieses Mal den Terminplan einhalten“, sagte der Flughafenbeauftragte der brandenburgischen Landesregierung, Rainer Bretschneider, im Ausschuss. „Wir haben einen wichtigen Meilenstein erreicht.“ Doch selbst wenn die Brandschutzanlagen funktionieren, müssen auch alle anderen Systeme am Flughafen arbeiten. „Wir haben da noch eine Menge vor uns, dürfen aber nicht nachlassen in dem, was vor uns steht.“ Lütke Daldrup machte aber auch darauf aufmerksam, dass ein sicheres Gebäude noch kein Flughafen sei. Wenn die Wirkprinzip-Prüfungen der Sicherheitsanlagen abgeschlossen seien, müssten noch alle betrieblichen Anlagen und Systeme gebaut und getestet werden. Auch an der Sicherheitsstromversorgung müssten noch Mängel behoben werden.

Nennenswerte Kritik der Abgeordneten blieb indes am Dienstag aus. Selbst einer der größten Gegner des Flughafens, Christoph Schulze (fraktionslos), berichtete in seiner wohl letzten Ausschusssitzung von einem Besuch am Flughafen, wo er sich die verbauten Dübel und Kabelkanäle angeschaut habe. „Der Medienkanal ist durchgehend aus Stahlbeton und nicht aus Kalksandstein, wie es berichtet wurde“, sagte Schulze. „Nichts außer Pulverdampf ist geblieben.“ Doch noch sind die falsch verbauten Dübel nicht sicherheitstechnisch genehmigt: Erst im September, so Lütke Daldrup, werden die Anträge auf Genehmigung vollständig beim Landesamt für Bauen und Verkehr (LBV) vorliegen.

Senftleben zweifelt an Dübeln und Kabeltrassen

CDU-Fraktionschef Ingo Senftleben glaubt indes nicht an die Dübel. Er werde sich nach der Landtagswahl am 1. September dafür einsetzen, dass ein Sonderermittler die Faktenlage am BER prüft, erklärt der CDU-Fraktionschef. „Denn glauben kann ich den Aussagen – leider Gottes – nach vielen Jahren des Vertröstens nicht mehr so wirklich“, so Senftleben. Es sei fraglich, ob die Dübel für die Kabeltrassen und die dazugehörigen Verlegungsarbeiten am BER tatsächlich funktionieren. „Ich habe einfach das Gefühl, dass ein bisschen versucht wird, vor einer nicht unwichtigen Landtagswahl, die Öffentlichkeit zu beruhigen.“