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Brandenburg
Altersbestimmung bei Flüchtlingen ergibt meist Volljährigkeit

Ein Röntgenbild auf einem Bildschirm zeigt die linke Hand eines jungen Menschen im Alter zwischen 16 und 19 Jahren. Über die radiologische Untersuchung des Handwurzelknochens und der Hand lässt sich das etwaige Alter eines Menschen bestimmen.
Ein Röntgenbild auf einem Bildschirm zeigt die linke Hand eines jungen Menschen im Alter zwischen 16 und 19 Jahren. Über die radiologische Untersuchung des Handwurzelknochens und der Hand lässt sich das etwaige Alter eines Menschen bestimmen. FOTO: Felix Kästle / dpa
Potsdam. Die Altersbestimmung bei angeblich jugendlichen Flüchtlingen ergibt in Brandenburg meist, dass sie volljährig sind. Das hat die Landesregierung bestätigt.

In 41 von 49 Fällen habe dies in den vergangenen gut zwei Jahren am Ende einer medizinischen Untersuchung des Alters gestanden, wie aus einer Antwort des Jugendministeriums auf eine Anfrage der CDU-Abgeordneten Barbara Richstein hervorgeht. Die Möglichkeit einer ärztlichen Altersbestimmung war im November 2015 geschaffen worden.

Das Thema hatte bundesweit für Diskussionen gesorgt, nachdem im vergangenen Dezember im pfälzischen Kandel ein 15 Jahre altes Mädchen erstochen worden war. Der mutmaßliche Mörder - ein Flüchtling aus Afghanistan - galt bei den Behörden als 15-Jähriger. Laut einem Gutachten ist er jedoch mindestens siebzehneinhalb Jahre alt, wahrscheinlich aber etwa 20.

Das Alter kann unter anderem Auswirkungen auf die zu erwartende Strafe haben: Ist ein Angeklagter zur Tatzeit 14 bis 17 Jahre alt, gilt Jugendstrafrecht. Rechtlich möglich ist das in den meisten Fällen auch bei Heranwachsenden im Alter von 18 bis 21 Jahren. Ist ein Angeklagter zur Tatzeit älter, gilt automatisch das schärfere Erwachsenenstrafrecht.

(dpa/bob)