Pflege ist die neue Boombranche der Lausitz mit rund 18 000 Beschäftigten und mehreren hundert neuen Stellen pro Jahr. Das ergab eine Recherche der RUNDSCHAU. Und der Bedarf wächst. Allein in Sachsen wird laut Prognose des Statistischen Landesamts die Zahl der pflegebedürftigen Menschen in den kommenden zehn Jahren auf 240 000 steigen. In Brandenburg haben aktuell rund 130 000 Menschen Anspruch auf Pflegeleistungen.
Die Lausitz ist ein regionaler Schwerpunkt dieser Entwicklung. Das zeigt ein Blick auf den Arbeitsmarkt. Die Zahl der Beschäftigten steigt seit gut 15 Jahren kontinuierlich an. Pflegejobs gehören zu den häufigsten Angeboten auf regionalen Stellenbörsen.

Pflegebranche sucht dringend Beschäftigte in der Lausitz

Doch wird es immer schwieriger, Bewerber für diese Stellen zu finden. Allein bei den ambulanten sozialen Diensten blieben im Bezirk der Arbeitsagentur Cottbus 2019 mehr als 120 Stellen unbesetzt. Um hier dauerhaft Entlastung zu schaffen, setzen die Länder auf mehr Werbung unter den Schulabgängern - wie auch im Ausland.
„Brandenburg braucht künftig mehr ausländische Fachkräfte“, sagt Arbeitsminister Jörg Steinbach (SPD), der jüngst eine entsprechende Initiative vorstellte. Bedarf bestehe vor allem „in der Pflege oder in Folge von Neuansiedlungen“, so Steinbach.
Die Altenpflege wird von zwei Berufsbildern geprägt: Staatlich anerkannte Altenpflegerinnen müssen eine dreijährige Ausbildung absolvieren. Die Ausbildung von staatlich anerkannten Altenpflegehelfern dauert ein Jahr. In Brandenburg gibt es 18 staatlich anerkannte Altenpflegeschulen, die beide Ausbildungsgänge anbieten.