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| 12:54 Uhr

In Brandenburg
Alkohol ist die am häufigsten konsumierte Droge

Nach Auskunft der Brandenburgischen Landesstelle für Suchtfragen in Potsdam starben im vergangenen Jahr 30 Brandenburger an den Folgen ihres Drogenkonsums. Das seien dreimal so viele wie noch 2015 gewesen.
Nach Auskunft der Brandenburgischen Landesstelle für Suchtfragen in Potsdam starben im vergangenen Jahr 30 Brandenburger an den Folgen ihres Drogenkonsums. Das seien dreimal so viele wie noch 2015 gewesen. FOTO: dpa / Alexander Heinl
Potsdam. Die Abhängigkeit von Alkohol bleibt in Brandenburg das größte Suchtproblem. Aber auch illegale Drogen wie Cannabis und Amphetamine werden häufig konsumiert - oft sogar in Kombination mit Alkohol. Von Christian Bark

Tausende Brandenburger konsumieren regelmäßig Drogen mit verheerenden Folgen für ihre Gesundheit - hauptsächlich ist es Alkohol. Das ergab eine Umfrage der Deutschen Presse-Agentur anlässlich des Weltdrogentags am 26. Juni. Nach Auskunft der Brandenburgischen Landesstelle für Suchtfragen in Potsdam starben im vergangenen Jahr 30 Brandenburger an den Folgen ihres Drogenkonsums. Das seien dreimal so viele wie noch 2015 gewesen.

„Nach wie vor ist Alkohol die Substanz, die am häufigsten konsumiert wird und zu den größten gesundheitlichen Schäden führt“, sagte die Geschäftsführerin der Landesstelle, Andrea Hardeling. Bundesweit gebe es durch Alkoholismus jedes Jahr bundesweit rund 74 000 Todesfälle.

66 Prozent der Hauptdiagnosen in den ambulanten Einrichtungen der Suchthilfe beträfen Alkoholismus. „Im Vergleich zu den westlichen Bundesländern ist der Anteil derjenigen, die illegale Drogen konsumieren, geringer“, sagte Andrea Hardeling. Unter ihnen steche die Droge Cannabis deutlich hervor. So hätten 14 Prozent der jährlich rund 8000 beratenen Klienten damit ein Problem.

Auch wenn nach wie vor knapp 70 Prozent der jährlich 385 durch die Suchthilfe Prignitz beratenen Menschen ein Alkoholproblem haben, sind in den nordwestlichen Landkreisen Prignitz und Ostprignitz-Ruppin auch illegale Drogen wie Amphetamine und Cannabis auf dem Vormarsch. „Häufig werden diese Drogen zusammen mit Alkohol konsumiert“, berichtete Bettina Steinke-Schmidt von der Suchthilfe Prignitz in Wittenberge. Diese Kombination sei besonders gefährlich.

Während Alkohol vor allem ein Problem von Menschen zwischen 30 und 50 Jahren sei, würden Amphetamine und Cannabis eher von Jüngeren unter 30 Jahren regelmäßig konsumiert. „Meist erhalten sie es von ihrem Dealer des Vertrauens“, sagte Bettina Steinke-Schmidt.

Schüler in Brandenburg trinken dagegen weniger Alkohol als noch vor Jahren, schätzte das Potsdamer Gesundheitsministerium ein. Cannabis wird demnach von etwa 400 Schülern aus zehnten Klassen regelmäßig konsumiert. Dass das Niveau relativ niedrig ist, führt Brandenburgs Gesundheitsministerin Diana Golze (Linke) vor allem auf die Arbeit der Suchtprävention im Land zurück. „Suchtprävention ist und bleibt eine wichtige gesamtgesellschaftliche Aufgabe.“

Damit die Prävention auch in Flächenlandkreisen wie der Prignitz oder Ostprignitz-Ruppin funktioniert, wünscht sich Steinke-Schmidt mehr Unterstützung vom Land. Derzeit finanziere dieses für beide Landkreise nur eine halbe Stelle für insgesamt 20 Stunden in der Woche. „Die sind bei langen Anfahrtswegen und Präventionsprogrammen bis rein in die Kitas schnell weg“, so die Suchthilfemitarbeiterin.

Während Steinke-Schmidt mehr Hilfe vom Land erwartet, sieht Andrea Hardeling die Kommunen und Landkreise mehr in der Pflicht. „Nur wenige Landkreise und Städte finanzieren regionale Suchtpräventionsfachkräfte“, monierte sie.