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Air Berlin vor Aufteilung

Die Verhandlungen über die Fluggesellschaft begannen nur drei Tage nach dem Insolvenzantrag.
Die Verhandlungen über die Fluggesellschaft begannen nur drei Tage nach dem Insolvenzantrag. FOTO: dpa
Berlin. Nur drei Tage nach dem Insolvenzantrag von Air Berlin haben konkrete Verhandlungen über die Aufteilung der zweitgrößten deutschen Fluggesellschaft begonnen. Nach dpa-Informationen wurden am Freitag in Berlin Gespräche zwischen Lufthansa und Air Berlin aufgenommen. dpa/uf

Der deutsche Marktführer Lufthansa will sich einen großen Teil der Flugzeuge von Air Berlin sichern.

Die Bundesregierung nimmt nach eigenen Angaben keinen Einfluss auf die Verhandlungen. Der Übernahmekandidat wollte keine Stellung zum aktuellen Stand der Dinge nehmen. Die Gewerkschaft Verdi forderte, einen Sozialtarifvertrag zu vereinbaren, um den Übergang für die mehr als 8000 betroffenen Mitarbeiter abzufedern.

"Die Bundesregierung ist da nicht mit am Tisch und steuert das auch nicht", sagte ein Sprecher des Bundeswirtschaftsministeriums am Freitag. Es gebe auch keine Zeitvorgabe für die Verhandlungen. Außer Lufthansa sind Easyjet und Tuifly als Interessenten bekannt. Beide sind aber in die ersten Verhandlungen nicht eingebunden. Auch der Nürnberger Unternehmer Hans Rudolf Wöhrl gab ein formelles Angebot ab. Ziel seiner Offerte sei es, die Air Berlin Gruppe als Ganzes zu erhalten und als unabhängige Airline fortzuführen, teilte sein Unternehmen mit. Zuvor hatten die Zeitschrift "Capital" und die "Nürnberger Nachrichten" berichtet.

Bei den Gesprächen mit Lufthansa könne es um rund 90 der 144 von Air Berlin geleasten Flugzeuge gehen, hieß es in Unternehmenskreisen. Im Eigentum von Air Berlin ist keine Maschine ihrer Flotte mehr. Dementsprechend müssen auch die Leasingfirmen in eine Vereinbarung eingebunden werden.

Eine Komplettübernahme von Air Berlin, die derzeit aber nicht zur Debatte steht, würde der Lufthansa vor allem auf innerdeutschen Strecken zu einer starken Stellung verhelfen. Der Marktanteil an innerdeutschen Flügen würde von jetzt knapp 72 Prozent auf 96 Prozent steigen, wie aus einer Flugplan-Auswertung des Deutschen Zen-trums für Luft- und Raumfahrt (DLR) hervorgeht. Bei den Europaflügen von deutschen Flughäfen erhöhte sich der Anteil von 36 auf 41 Prozent.

Air Berlin hatte am vergangenen Dienstag Insolvenz beantragt, nachdem der Großaktionär und Partner Etihad der Fluggesellschaft die finanzielle Unterstützung entzogen hatte.