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| 13:21 Uhr

Sprung der Infektion über Grenze jederzeit möglich
Afrikanische Schweinepest: Risiko für Brandenburg bleibt groß

Ein Schild mit der Aufschrift „Afrikanische Schweinepest - Sperrbezirk“. Noch ist Brandenburg von der Krankheit verschont, doch laut Experten könne die Infektion jederzeit die Ländergrenze überspringen. Das Risiko für brandenburgische Schweinezuchtbetriebe bleibt hoch.
Ein Schild mit der Aufschrift „Afrikanische Schweinepest - Sperrbezirk“. Noch ist Brandenburg von der Krankheit verschont, doch laut Experten könne die Infektion jederzeit die Ländergrenze überspringen. Das Risiko für brandenburgische Schweinezuchtbetriebe bleibt hoch. FOTO: dpa / Frank Rumpenhorst
Potsdam. Glücklicherweise gibt es in Brandenburg noch keine Fälle der Afrikanische Schweinepest. Doch das Risiko, dass die Infektion Schweinezucht-Betriebe erreicht, bleibt groß.

„Die Lage in den betroffenen Regionen hat sich bislang nicht beruhigt. Eine Besserung ist nicht in Sicht“, sagte Landestierarzt Stephan Nickisch. Jeden Tag müsse mit einem Ausbruch gerechnet werden. Kürzlich habe es ein Treffen mit polnischen Kollegen zur aktuellen Situation in deren Heimat gegeben. Auch in Polen könne von einer Beruhigung der Lage nicht geredet werden. „Es werden alle Anstrengungen unternommen, um eine weitere Ausbreitung der Seuche im Osten Polens zu verhindern“, sagte Nickisch.

Die Viruserkrankung wird meist von Tier zu Tier übertragen. Die Sterblichkeitsrate erkrankter Tiere ist sehr hoch. Die Ansteckung erfolgt in der Regel über Kadaver oder kontaminierte Speisereste. Eine Impfung oder Behandlung der Bestände ist nicht möglich. Beim Auftreten der Krankheit müssen Hausschweine getötet werden.

Wichtigste Aufgabe sei, die regional aufgetretenen Fälle der Tierseuche in Polen, Tschechien und Ungarn örtlich zu begrenzen und möglichst zu tilgen, sagte Nickisch. Mit einem Sprung der Infektion wie in Tschechien und Ungarn geschehen, müsse auch für Deutschland gerechnet werden.

In den vergangenen Monaten seien an Saisonarbeiter aus Osteuropa Informationsblätter zum richtigen Verhalten ausgegeben worden. „Diese Hinweise sind wichtig, um eine Einschleppung der Seuche nach Brandenburg zu verhindern“, sagte der Landestierarzt. So müssten etwa Essenreste immer in geschlossenen Behältern entsorgt werden, damit sie für Schwarzwild unzugänglich seien.

Seit Jahresanfang nehmen Jäger gegen eine Aufwandsentschädigung von 30 Euro Proben von toten Wildschweinen. Die werden auf eine mögliche Infektion untersucht. „Bislang konnte der Erreger der Afrikanischen Schweinepest nicht nachgewiesen werden“, sagte Nickisch.

Wildschweine gelten als Übertragungsträger der Schweinepest. Jäger, die dazu beitragen, dass deren Bestand dezimiert wird, können eine Abschussprämie erhalten. Für jedes Tier, das über der Anzahl der in der Saison 2015/2016 erlegten 71 400 Wildschweine liege, würden an Jäger 50 Euro gezahlt.

(dpa)