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AfD überholt in Umfrage erstmals CDU

Potsdam. In Brandenburg hat die rechtspopulistische Alternative für Deutschland (AfD) erstmals in einer Umfrage die CDU überholt. Wäre am kommenden Sonntag Landtagswahl, käme die Partei laut einer von der Märkischen Allgemeinen Zeitung veröffentlichten Forsa-Umfrage auf 20 Prozent der Stimmen. Benjamin Lassiwe/ Christine Keilholz

Damit wäre sie nach der SPD, die auf 30 Prozent der Stimmen käme, zweitstärkste Kraft. CDU und Linkspartei erhielten jeweils 17 Prozent. Die Grünen wären mit sechs Prozent der Stimmen im Landtag vertreten, die FDP würde mit vier Prozent erstmals seit vielen Monaten wieder an der Fünf-Prozent-Hürde kratzen.

Entstanden ist die Umfrage, für die 1001 Menschen befragt wurden, im Zeitraum vom 20. bis 26. September. Die Befragung begann also zwei Tage nach der Abgeordnetenhauswahl in Berlin und stand damit unter dem Eindruck dieses Wahlergebnisses. Zeitgleich wurde zudem nach der Wahlabsicht bei Bundestagswahlen gefragt - hier wäre die CDU mit 26 Prozent stärkste Kraft, SPD und AfD erhielten jeweils 21 Prozent der Stimmen. "Das zeigt, dass in einer Situation der Unsicherheit die Menschen die wählen, die gerade das Land regieren - Dietmar Woidke in Brandenburg und Angela Merkel in Berlin", sagte der Lausitzer Bundestagsabgeordnete Michael Stübgen, der auch dem Landesvorstand der Brandenburger CDU angehört, der RUNDSCHAU auf Nachfrage. Das hohe Abschneiden der AfD in Brandenburg sei allerdings alles andere als erfreulich.

Die SPD profitiert in der Umfrage dagegen von der starken AfD: Denn die Rechtspopulisten sorgen für eine Polarisierung - die Regierungspartei und ihre schärfsten Gegner gewinnen, alle dazwischen werden langsam zerrieben. Generalsekretärin Klara Geywitz nutzte das Ergebnis der Umfrage in ihrer Stellungnahme folglich nicht nur zur Kritik an der AfD. Mit deutlichen Worten kritisierte sie auch die CDU, vielleicht auch in der stillen Hoffnung, dass dort wieder die längst überwundenen Grabenkämpfe aufbrechen. "Die CDU hat sie es sich in der Oppositionsecke gemütlich gemacht, ohne überhaupt noch inhaltliche Akzente zu setzen", sagte Geywitz. "Die CDU braucht einen Neustart als konstruktive Opposition."

In Sachsen werden weit weniger Umfragen zur Landtagswahl gemacht: Hier sah Infratest Dimap im Auftrag des MDR die AfD vor gut einem Jahr bei 13 Prozent - mehr als drei Prozentpunkte höher als bei der Landtagswahl im August 2014. Verloren hatten dagegen CDU (38 Prozent) und Linke (17) jeweils rund zwei Prozent.